Der Vatikan im Dienst der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas

Genehmigung von 125 Projekten der Stiftung "Populorum Progressio" zugunsten der indigenen, hybriden und afroamerikanischen Bauerngemeinschaften

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Redaktion | 226 klicks

Vom 11. bis zum 13. Juni 2014 wurde am Sitz des Päpstlichen Rates „Cor Unum” die Jahresversammlung des Verwaltungsrates der Stiftung „Populorum Progressio” abgehalten. Mit der Verlegung des Versammlungsortes nach Rom wollte der Verwaltungsrat in diesem Jahr vor allem an Papst Franziskus herantreten, mit der Bitte um programmatische Leitlinien im Hinblick auf die Zukunft der seit 22 Jahren tätigen Stiftung, im Lichte dessen eigener pastoraler Erfahrung in Lateinamerika. 125 der insgesamt 135 von den verschiedenen kirchlichen Zuständigkeiten in Lateinamerika und der Karibik im Jahre 2014 präsentierten Projekte entsprachen den Kriterien der Stiftung und wurden um einen Gesamtwert von 1.800.000 US_Dollar bewilligt.

Bei den diesjährigen Projekten handelt es sich vor allem um Bildungsinitiativen für Kinder und Jugendliche. Dies erlaubt der Stiftung die Unterstützung der Projekte zur Förderung und Entwicklung des menschlichen Potenzials kleiner Realitäten und katholischer Gemeinschaften. Diese sind insgesamt Mikroprojekte aus verschiedenen Bereichen: Es geht dabei nicht nur um Bildung, sondern auch um den Bau von Trinkwasserbrunnen, die Einrichtung von revolvierenden Fonds, Saatgutbanken und gemeinsame Fachmessen, sowie die Unterstützung sanitärer Projekte.

Papst Franziskus wollte die Mitglieder des Verwaltungsrates zu einer Privataudienz empfangen. Mehr als 40 Minuten lang führten die Kardinäle einen intensiven Dialog mit dem Heiligen Vater. Thematisiert wurden unterschiedliche Fragestellungen in Zusammenhang mit dem lateinamerikanischen Kontinent, im Lichte der von der Stiftung geleisteten Arbeit.

Der Heilige Vater bekräftigte zunächst, dass es sich bei den katholischen Institutionen nicht um NGOs handelt: Deshalb habe ihre Tätigkeit einer Anthropologie zu folgen, die den Menschen nicht nur als zu stopfenden Mund betrachtet, sondern auch dessen geistliche Dimension berücksichtigt; die im Herzen eines jeden von uns lebendige Sehnsucht nach Gott und nach der Ewigkeit. In zweiter Hinsicht wurde die Frage der indigenen Völker erörtert. Ein weiterer Aspekt war die Evangelisierung und deren Beziehung zu den Werken der Barmherzigkeit im Geiste der körperlichen Werke der Gnade, die von den geistlichen nicht zu trennen sind.

Ferner erinnerte der Papst daran, dass die um den Gott des Geldes kreisende Ideologie auf den Ausschluss zweier Kategorien von Menschen abzielt: der Kinder als Zukunft der Gesellschaft und der alten Menschen als dem historischen Gedächtnis. Ebenso hob er das Drama der Jugendarbeitslosigkeit hervor, das Generationen junger Menschen ohne Zukunft hervorbringt, die leicht Süchten und der Kriminalität zum Opfer fallen. Er bat die Stiftung darum, sich dieser Bevölkerungsschichten in Form von Bildungs- und Berufsausbildungsprojekten anzunehmen. Der Dialog war durch Aufrichtigkeit, Offenheit und Produktivität gekennzeichnet.

Die Veranstaltung der Versammlung in Rom erlaubte dem Verwaltungsrat ebenso eine Konfrontation mit Organen wie der Päpstlichen Lateinamerikakommission, deren Sekretär Guzmán Carriquiry Lecour sich auf Wunsch des Präsidenten Kardinal Marc Ouellet am ersten Versammlungstag im Rahmen eines Einführungsgesprächs zu Wort meldete.

Mit ihm fand ein sehr fruchtbarer Austausch zum Thema Indigenismus und zur Bildungsfrage statt. Diesbezüglich sei auch der Umstand erwähnt, dass die Stiftung bereits mit diesem Verwaltungsrat eine Zusammenarbeit mit der „Università Cattolica San Antonio di Murcia“ in die Wege geleitet hat, mit dem Ziel der Schaffung von Ausbildungslehrgängen für die karitativen Pastoralagenten, die für die Projekte der Stiftung vor Ort oft direkt verantwortlich sind.

Die Stiftung muss nun die große Herausforderung bewältigen, die geografischen Horizonte der Spenden zu erweitern, damit alle vorgeschlagenen Projekte vom Papst wohlwollend angenommen werden. In diesem Sinne haben sich die Mitglieder der Stiftung das Ziel gesetzt, die Teilkirchen und die Personen guten Willens verstärkt zu sensibilisieren, sodass für die Fortsetzung und Intensivierung dieses vom Papst sehr geschätzten Werks weiterhin Mittel zur Verfügung stehen.