Der Vatikan spricht sich für die Verteidigung des Rechts auf Privatsphäre des Papstes aus

Veröffentlichung vertraulicher Dokumente sei strafbare Handlung

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VATIKANSTADT, 25. Mai 2012 (ZENIT.org). - Nach der Publikation weiterer Dokumente des Heiligen Stuhls und privater Korrespondenz zwischen dem Papst und dessen Mitarbeitern bemüht sich der Vatikan nun um die Verteidigung des Rechts auf Privatsphäre des Papstes.

Einem Kommuniqué des vatikanischen Presseamts zufolge sei die jüngste Veröffentlichung von Dokumenten des Heiligen Stuhls und von privaten Dokumenten des Heiligen Vaters nicht mehr als fragwürdige, wenngleich offensichtlich diffamierende, journalistische Initiative zu betrachten. Vielmehr handle es sich aufgrund ihrer Merkmale eindeutig um eine strafbare Handlung.

Vergangenen Samstag war das Buch „His Holiness“ (Seine Heiligkeit) des italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi erschienen, das vertrauliche Korrespondenz zwischen dem Heiligen Vater und seinem Privatsekretär beinhaltet.

Dies stelle einen erneuten Affront dar, nachdem der Papst im April infolge einer Reihe von Fällen des Durchsickerns von Dokumenten eine Kommission von Kardinälen zur Aufklärungsarbeit eingerichtet hatte.

Im Pressekommuniqué vom Montag empörte sich der Vatikan folgendermaßen darüber: „Der Heilige Vater und manche seiner Mitarbeiter sowie die Versender der an den Papst adressierten Botschaften sind einer Verletzung ihres individuellen Rechts auf Privatsphäre und Korrespondenzfreiheit zum Opfer gefallen.“ Weiter unten im Text heißt es: „Der Heilige Stuhl wird die Untersuchung der verschiedenen Aspekte dieser Verletzungen der Privatsphäre und der Würde des Heiligen Vaters als Person und als Oberste Autorität der Kirche und des Vatikanstaates fortsetzen und die notwendigen Schritte unternehmen, damit die Urheber des Diebstahls, der Verwendung und Veröffentlichung geheimer Informationen und der kommerziellen Nutzung unrechtmäßig erworbener und besessener privater Dokumente, ihre Taten vor der Justiz verantworten. Wenn nötig, wird der Vatikan dazu um internationale Zusammenarbeit ansuchen.“

[Übersetzung des italienischen Originals von Sarah Fleissner]