Der Vatikan unterstützt UN-Resolution über \"Holocaust-Gedenktag\"

Zur Reinigung des Gewissens und als Warnung für die Zukunft

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NEW YORK, 3. November 2005 (ZENIT.org).- Mit Unterstützung des Heiligen Stuhls fasste die UN-Vollversammlung zu Beginn der Woche den Entschluss, am 27. Januar künftig einen Holocaust-Gedenktag zu begehen.



Die Entscheidung, die von 104 Mitgliedsstaaten mitgetragen wurde, fiel am Dienstag. UN-Generalsekretär Kofi Annan lobte den Schritt und betonte, die Vereinten Nationen würden das Ihre dazu tun, um die Erinnerung an die Grausamkeiten der Nationalsozialisten aufrecht zu erhalten, damit der Völkermord in Zukunft besser verhindert werden könne.

In vielen Ländern, etwa in Deutschland, Großbritannien und Italien, wird künftig am 27. Januar jeden Jahres offiziell der Opfer des Holocaust gedacht. Im Jahr 1945 wurde an diesem Tag das größte NS-Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau durch russische Truppen befreit.

Erzbischof Celestino Migliore, ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, unterstützte die Resolution und erklärte während der Debatten, es gehöre zur \"gemeinsamen Pflicht und Verantwortung\", sich an diese schrecklichen Tatsachen zu erinnern.

Der 53-jährige Erzbischof bedauerte, dass es in den letzten 60 Jahren, die seit dem Holocaust vergangen sind, immer wieder grausame Entwicklungen gegeben habe, hoffte aber dennoch, dass dieses traurige Ereignis \"als Warnung dienen möge, um uns vor jenen Ideologien zu bewahren, die die Verachtung der Würde des Menschen aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Sprache oder Religion rechtfertigen\". Der Repräsentant Papst Benedikt XVI. rief zur Unterstützung der Resolution 1624 des UN-Sicherheitsrates aus, \"in der jede Anstiftung zu terroristischen Handlungen scharf verurteilt wird, ebenso wie jeder Versuch, solche Terrorakte zu rechtfertigen oder zu glorifizieren, wodurch derartige Handlungen nur noch mehr gefördert würden\".

Erzbischof Migliore erklärte, dass \"nach der Shoah der erste Schritt zur Prävention die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte\" gewesen sei. \"Viele weitere Schritte müssen noch getan werden. In jedem Land sollte die Erinnerung an den Holocaust wach gehalten werden, damit die kommenden Generationen vor solchen Schrecken bewahrt werden.\"

Abschließend schilderte der Vertreter des Heiligen Stuhls seinen Zuhörern kurz den Besuch Papst Johannes Pauls II. im Heiligen Land. Dieser hatte im Jahr 2000 das Holocaust-Denkmal Yad Vashem besucht und zu den Füßen der Tempelmauer \"für die Vergebung und die Umkehr in Herz und Geist\" gebetet. Die Bitte um Vergebung \"reinigt das Gedächtnis, und die Erinnerung an den Holocaust schenkt uns Gelegenheit zu einer solchen Reinigung, um erste Symptome des Genozids zu erkennen und zurückzuweisen und um rechtzeitig und entschlossen die nötigen Maßnahmen zu treffen, mit denen jede Form von sozialer und internationaler Ungerechtigkeit überwunden werden kann\", erklärte Erzbischof Migliore.

In der verabschiedeten Resolution wird jede Leugnung des Holocaust als historische Tatsache verurteilt. Die Mitgliedsstaaten werden dazu aufgefordert, Bildungsprogramme zu entwickeln, die heranwachsenden Generationen die Schrecken des Völkermords nahe bringen sollen. Außerdem wird jede Form von religiöser Intoleranz, Aufwiegelung, Bedrohung und Gewalttätigkeit verurteilt, die sich aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit oder religiöser Überzeugung gegen bestimmte Volksgruppen oder Gemeinschaften richtet.