Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro wird Papst Franziskus treffen

Hoffnung auf eine Förderung des Dialogs zwischen der Regierung und der Ortskirche

Vatikanstadt, (ZENIT.org) H. Sergio Mora | 521 klicks

Laut dem vom Vatikan publizierten Kalender wird Papst Franziskus am Montag, dem 17. Juni 2013, den Präsidenten von Venezuela, Nicolas Maduro, empfangen. In einem Telefoninterview mit ZENIT gab der nach Venezuela gesandte Apostolische Nuntius, Erzbischof Pietro Parolin, folgende Stellungnahme ab: „Ja, es ist bestätigt. Das Publikum wurde vom Papst genehmigt, und wir habe der Regierung darüber Bescheid gegeben. Ich habe heute von jemandem aus dem Ministerium erfahren, dass das Treffen vom Heiligen Stuhl bestätigt wurde.“

Erzbischof Parolin führte aus: „Zumindest bis jetzt hat die Regierung Venezuelas noch keine formelle Ankündigung erteilt. Seitens des Vatikans wurde jedoch bereits darauf hingewiesen. Meines Erachtens hat die Regierung Venezuelas Interesse an einer Begegnung mit dem Papst.“

Dem Nuntius zufolge wird im Präsidentenpalast Miraflores Wert auf gute Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl gelegt. Es bestehe die Hoffnung, dass die Begegnung einen Beitrag zur Aufrechterhaltung der guten Beziehungen mit der Ortskirche darstellen könne, denn dies sei der wichtigste Punkt.

Der Vertreter des Heiligen Stuhls in Caracas gab seine Überzeugung bekannt, „dass sich Papst Franziskus dank seines Stils und seiner Anliegen“ gut mit dem Präsidenten verstehen werde. Wichtig sei in diesem Zusammenhang „eine gute Beziehung zur Ortskirche“.

Im Rahmen des bevorstehenden Treffens wird der venezolanische Präsident dem Heiligen Vater zum ersten Mal begegnen, da er der Feier zum Beginn des Pontifikates am 19. März aufgrund des zu diesem Zeitpunkt laufenden Wahlkampfes nicht beiwohnen konnte. Seit dem Tod von Präsident Hugo Chavez waren zwei Wochen vergangen. Auf seinem „Twitter“-Konto teilte Maduro mit, dass er Diosdado Cabello als Leiter der zu Seiner Heiligkeit Franziskus entsandten Delegation designiert habe. Wie Franz von Assisi sei ein Papst für die Armen notwendig.

Aufgrund der während 14 Jahre währenden Präsidentschaft von Hugo Chavez zwischen Kirche und Staat existierenden Schwierigkeiten hatte die Nachricht von der Audienz des Papstes mit Präsident Maduro weltweit Aufsehen erregt. Ferner hatte Papst Franziskus am 21. April 2013 angesichts der Zwischenfälle nach der vom neuen Präsidenten mit knapper Mehrheit gewonnenen Wahl, bei denen acht Menschen getötet und Dutzende verletzt worden waren, seine tiefe „Sorge“ zum Ausdruck gebracht.

Im Laufe der vergangenen zwei Jahre hatte der amtierende Präsident seine Sprache gemäßigt. Man denke nur an folgende Aussage vom Juli 2010 in Bezug auf die Venezuelanische Bischofskonferenz (CEV): „Es gibt eine interne Diktatur, infolge derer kein Christ der venezolanischen Bevölkerung Rede oder Stimmrecht besitzt.“ Bei einer anderen Gelegenheit sprach er von einer Kohabitation der CEV und des Vatikans mit der [venezolanischen] Oligarchie. Er fand dazu folgende Worte: „Tatsächlich handelt es sich um eine kirchliche Oligarchie, eine Oligarchie der fundamentalen Autorität der formalen Struktur der katholischen Kirche.“

Im Juni 2012 gab Maduro, damals venezolanischer Außenminister, bekannt, dass die Regierung den Beginn einer „guten Phase“ der Beziehungen zwischen der CEV und dem Vatikan entgegensehe.

Unter Berufung auf eine lokale Quelle hatte er die Begegnung mit Erzbischof Parolin folgendermaßen kommentiert: „Wir bestätigten ihnen den Wunsch des Präsidenten der Republik (Hugo Chavez) nach einer durch Dialog und Achtung gekennzeichneten Beziehungen mit der Bischofskonferenz und nach einer Abschaffung mancher Ausdrücke schlechter Politik, die gegen den in Venezuela stattfindenden Bolivarischen und revolutionären Demokratieprozesses gerichtet sind.“

Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass Abgeordnete der Opposition sich zu einem Treffen mit Papst Franziskus in den Vatikan begeben werden. Dazu zählt unter anderem Edgar Zambrano, der Führer der parlamentarischen Fraktion der Demokratischen Aktion. Die Begegnung wird am Ende der Generalaudienz vom Mittwoch, dem 19. Juni 2013, stattfinden. Zuvor steht ein Treffen mit dem vatikanischen Sekretär für die Beziehungen mit dem Staaten, Erzbischof Dominique Mamberte, auf dem Programm. Mit Letzterem wird lokalen Medien zufolge „das Thema der Gefangenen und Exilierten“ diskutiert werden.