Der Weg zur Heiligkeit: nach dem Evangelium leben

Botschaft an Bischöfe, die an einem Kongress der Fokolar-Bewegung teilnahmen

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VATIKAN, 19.Februar 2004 (ZENIT.org). - Heiligkeit, die Berufung aller Getauften, heißt nach dem Evangelium zu leben, sagte Johannes Paul II. in einer Botschaft an Bischöfe, die der Fokolar-Bewegung nahestehen.



Am Ende der Generalaudienz, die am Mittwoch in der Aula Pauls VI. stattfand und von über 9.000 Gläubigen besucht wurde, nutzte der Papst die Gelegenheit, um einige anwesende Bischöfe und Kardinäle zu grüßen. Sie hatten am 28. Kongress der Bischöfe, die der Fokolar-Bewegung nahestehen, teilgenommen. Das Ereignis hatte in Mariapolis, Castel Gandolfo, südlich von Rom stattgefunden.

Chiara Lubich, Gründerin und Präsidentin der Bewegung, hatte diesen Kongress unter dem Motto „Für eine Heiligkeit des Volkes“ veranstaltet und war ebenso anwesend.

Das Thema unterstreicht den „universellen Charakter der Berufung zur Heiligkeit in der Kirche“, erklärte der Heilige Vater in seiner Botschaft. „Die Kirche ist von innen her heilig und jedes ihrer Mitglieder ist dazu berufen, diese Heiligkeit zu leben und nach außen zu manifestieren“.

Der Ausdruck „Volksheiligkeit“ will sich auf das Gewöhnliche beziehen, „also auf den Anspruch, dass die Getauften das Evangelium treu in ihrem Alltag zu leben verstehen: in der Familie, am Arbeitsplatz, in allen Beziehungen und bei jeder Beschäftigung“, sagte der Papst.

„Gerade das Gewöhnliche soll auf außergewöhnliche Weise gelebt werden, damit die Latte im Leben hoch gelegt wird und man so zur vollen Reife in Christus strebt, wie der Apostel Paulus lehrt“.

Heiligkeit ist eine „grundlegende Erfordernis, die allen Mitglieder des Gottesvolkes unterbreitet werden muss“, weil nur eine Gemeinschaft, die sich durch Heiligkeit auszeichnet, wirkungsvoll die Aufgabe erfüllen kann, die Christus uns anvertraut hat: die Verkündung des Evangeliums in der ganzen Welt“, sagte Johannes Paul II.

In diesem Zusammenhang ist die Heilige Jungfrau Maria das „erhabene Vorbild“, das es immer anzustreben gilt. „In ihr ist die Heiligkeit des Gottesvolkes zusammengefasst, weil in ihr die Perfektion der christlichen Berufung im Gewande tiefster Demut scheint“, sagte der Papst zu den Bischöfen.

Der von der Fokolar-Bewegung organisierte Kongress dauert noch bis Freitag. Über 400 Bischöfe aus über 40 Ländern nehmen daran teil und suchen anhand der Texte des Postsynodalen Schreibens „Pastores gregis“ und des Apostolischen Schreibens „Novo millenio ineunte“ und vor dem Hintergrund der Spiritualität der Einheit und der Erfahrungen der Fokolar-Bewegung nach Wegen, die in der heutigen Welt verhelfen, zur Heiligkeit zu gelangen.