Der Wert von Freiheit und Gerechtigkeit muss Priorität haben

Papst Franziskus trifft Vertreter von "Dignitatis Humanae"

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 334 klicks

Am vergangenen Wochenende traf Papst Franziskus einige Vertreter des Institutes „Dignitatis Humanae“, einer Organisation mit Sitz in Rom, die sich für die Menschrechte einsetzt. In seiner Rede vor der Delegation sagte Papst Franziskus, der Mensch sei nach dem Antlitz Gottes geschaffen und besitze aus diesem Grund eine besondere Würde, die für jegliche Macht oder Ideologie unantastbar sei. In einer Epoche, die so reich an vielen Errungenschaften und Entdeckungen sei wie die derzeitige, mangle es nicht an Mächten und Kräften, die eine Wegwerfkultur erschaffen würden, die zu einer Mentalität aller führe.

„Die Opfer dieser Kultur sind die Schwächsten und zerbrechlichsten menschlichen Wesen – die ungeborenen Kinder, die Ärmsten unter den Armen, die alten Kranken, die Schwerstbehinderten… – sie riskieren, entsorgt zu werden, von einem Getriebe ausgeschüttet, dass um jeden Preis effizient sein muss. Dieses falsche Modell des Menschen und der Gesellschaft führt zu einem praktischen Atheismus, der praktiziert wird, indem man das Wort Gottes negiert, das besagt: Machen wir den Menschen nach unserem Antlitz, uns ähnlich.“

Die Dinge veränderten sich nur, so der Pontifex weiter, wenn die Worte Gottes unsere Verhaltensweise in Frage stellten, unsere Art zu denken, zu handeln, die Kriterien, die Prioritäten und die Entscheidungen.

„Die Kraft dieses Wortes zeigt all denen Grenzen auf, die auf Kosten der Rechte und der Würde anderer herrschen wollen. Sie geben denjenigen, die sich nicht verteidigen können, Hoffnung und Trost, denjenigen, die nicht über die intellektuellen und praktischen Mittel verfügen, um das eigene Leiden, die eigenen Rechte, das eigene Leben zum Ausdruck zu bringen.“

Papst Franziskus merkte an, die Doktrin der Kirche besage den Schutz der Religionsfreiheit, des Lebens in all seinen Phasen, der Arbeit, der Familie, der Erziehung. Alle Initiativen, die diese Punkte unterstützten, seien von unermesslicher Bedeutung, da sie den Menschen hälfen, die ethische und soziale Bedeutung der menschlichen Würde, der Wurzel der Freiheit und Gerechtigkeit, wiederzuentdecken.

„Es braucht eines Werkes der Sensibilisierung und Ausbildung, bis die Gläubigen, jeder Lebenslage, besonders diejenigen, die in der Politik arbeiten, wie im Evangelium und nach der Soziallehre der Kirche denken und konsequent im Dialog und in Kollaboration handeln. Und dies mit Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Verstand, und wenn nicht im Glauben, so wenigstens mit einer ähnlichen Sicht des Menschen, der Gesellschaft und der ethischen Konsequenzen. Es gibt nicht wenige Nichtchristen und Nichtgläubige, die davon überzeugt sind, ein Mensch müsse immer ein Mittel zum Zweck sein.“