Der WJT, eine „Ausstrahlung des Christentums“ in die Welt und in soziale Netzwerke

Kardinal Rodríguez Maradiaga in seiner dritten Katechese für junge Menschen: christliche Hoffnung muss globalisiert werden

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MADRID, Samstag, 20.August 2011 (ZENIT.org).- Was wird in dem Leben der mehr als eine halbe Million Jugendlichen nach dem Weltjugendtag geschehen? Kardinal Oscar Andrés Rodríguez Maradiaga forderte sie auf, eine authentische „Ausstrahlung des Christentums“ in der Welt zu werden, auch über die sozialen Netzwerke.

Der Erzbischof von Tegucigalpa (Honduras) und Präsident von Caritas Internationalis machte diesen Vorschlag in der dritten Katechese, die er vor einer halben Million junger Menschen am Freitagmorgen im Rahmen des WJT im Heiligtum der Gottesmutter von Schönstatt in Pozuelo de Alarcón hielt.

Das Treffen begann mit einem vom Kardinal gewählten Lied, mit denen er an seine beiden vorangegangenen Katechesen anschloss. „Die Gaben sind nicht dazu da, versteckt zu werden, sondern um anderen zu dienen…“ – führte ihn zu der ersten Frage, die er an die Jugendlichen richtete: „Was wird nach dem WJT geschehen?“

„Viele haben Angst vor einer „antireligiösen“ Stimmung“, gab er zu. „Manche sagen, sie seien Atheisten, andere Agnostiker, andere Katholiken, die nicht praktizieren, aber wir müssen wissen, was unser Glaube bedeutet.“

Der Kardinal forderte dann dazu auf, eine „Ausstrahlung des Christentums, des Katholischen“ zu sein, „weil das Christentum Liebe ausstrahlt.“

„Wie sind die Heiden bekehrt worden in den Zeiten, wo es verboten war, den christlichen Glauben zu bekennen?“, fragte er.

„Bedenkt, dass es schwierig war, aber sie taten es. Jetzt können sie ihren Glauben verkünden. Der Christ darf keine Furcht haben, seinen eigenen Glauben kundzutun. Es wäre wie Salz, das seinen Geschmack verliert und dies ist letztlich kein Salz. Die Art der Weitergabe ist, Licht zu geben, den Glauben in der Arbeit auszustrahlen, bei unseren Freunden, in unseren sozialen Netzwerken … dann sehen sie, was wir fühlen, das Glück, in Christus zu sein und in Christus zu handeln.“

„Was wichtig ist, dass das Licht nicht nur dimmt“, unterstrich der Kardinal. „Wir müssen konsequent handeln, weil der Glaube für sich, ohne das sich Schenken an den anderen, keinen Sinn macht. Dann würden wir an Glaubwürdigkeit als Christen verlieren.“

Der Kardinal aus Honduras sagte weiter: „Es gibt keinen Glauben ohne eine Verpflichtung zur Realität. Es gibt viele, die den Glauben lächerlich machen und ihn fanatisch nennen; deswegen muss der Christ mutig und stark sein. Der heilige Johannes sagte: 'Sie haben versucht das Licht auszuschalten, weil sie in der Dunkelheit lebten.' Viele  Menschen können es nicht ertragen, die Wahrheit zu sehen, weil sie ein lasches Leben führen.“

„Wer sein Zeugnis verbirgt, schwächt seinen Glauben“, warnte der Kardinal. „Das Zeugnis der Familien, die Jugendliche bei den Weltjugendtagen in Köln und in Australien aufgenommen haben (viele von ihnen waren nicht katholisch), zeigt die Großzügigkeit, die Freude der Anwesenden und die Botschaft der Liebe, die in ihnen verblieben ist.“

Evangelisation durch Wort und Leben

Evangelisieren heißt, „Christus mit unseren Worten und unserem Leben erfahrbar machen“, erklärte er.

„Wie in der Wirtschaft, die Exzellenz der Qualität des Christentums besteht darin, zur Heiligkeit zu gelangen. Wir arbeiten also daran, sie zu erreichen“, ermutigte der Kardinal. „Jede und jeder von uns hat jeden Tag die Gelegenheit, sich auf diesem Weg zu engagieren.“

„Der heilige Paulus hat am Ende seines Lebens gesagt, er hätte gekämpft, um dieses Ziel zu erreichen. Das christliche Leben ist wie ein sportlicher Wettbewerb. Wir können fallen, aber vor allem müssen wir wissen, wie man wieder aufsteht.“

„Christus ist das Kostbarste, das wir teilen müssen“, fuhr der Kardinal fort. „Wir müssen Glauben haben, wie Jesus der Schwester des Lazarus gesagt hat: 'Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen.' Wenn ihr glaubt, seid ihr Werkzeuge für andere junge Menschen. Wenn ihr eure Freunde liebt, wünscht ihr ihnen das Beste, um selber glücklich zu leben.

„Nach den WJT müssen wir eine ähnliche Aufgabe erfüllen wie die Apostel“, schloss er. „Wir müssen die christliche Hoffnung globalisieren.“

ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals