Der Zweite Weltkrieg und die Friedensbemühungen der Päpste

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ROM, 29. August 2009 (ZENIT.org).- „Mit dem Frieden ist nichts verloren, aber durch den Krieg kann alles verloren gehen ": Mit diesen Worten wandte sich Papst Pius XII. in einer Radioansprache am 24. August 1939 – wenige Tage vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs durch den Überfall Nazideutschlands auf Polen – an die damaligen Politiker. Anlässlich des 70. Jahrestags der legendären Rede druckte der „Osservatore Romano“, die halboffizielle Tageszeitung des Vatikans, die Papstrede nochmals ab. Chefredakteur Giovanni Vian nahm das Jubiläum zum Anlass, um die Friedensbemühungen der Päpste vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in einem Artikel zu würdigen.



Vian betont, dass Pius XII. auch nach seiner Radiobotschaft, die den Konflikt nicht habe beruhigen können, weiterhin für den Frieden gearbeitet habe. Die Bemühungen des Papstes seien „ruhig und effektiv“ gewesen und hätten Tausenden von Opfern geholfen. Auch Vertreter Pius XII. wie der spätere Papst Johannes XXIII. hätten sich ganz den Friedensbemühungen gewidmet und „jede nur mögliche Hilfe in Anspruch genommen, um Verfolgten unterschiedslos zu helfen“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg „konnten Katholiken wichtige Beiträge zum Wiederaufbau und zur Versöhnung leisten“, so Vian. Symbolisch für das Ende des Zweiten Weltkriegs seien die Wahlen von Karol Wojtyla und Joseph Ratzinger zum Papst gewesen. Beide hätten „direkt“ und „persönlich“ unter dem Krieg gelitten – sogar als Angehörige von „gegnerischen Nationen“.

„Von einem historischen Gesichtspunkt aus betrachtet, zeigen die beiden Wahlen der Kardinäle die Unbeständigkeit vieler Vorhersagen, die sich auf alte politische Überzeugungen stützten.“ Gemäß diesen Einschätzungen wäre „die Wahl von 1978 und besonders jene von 2005 unmöglich gewesen“, urteilt Vian. „Offenkundig ist die Geopolitik der Kirche anders. Sie greift die Vergangenheit auf und blickt gestützt auf eine Hoffnung, die nicht enttäuschen wird, in die Zukunft.“