Deutliche Signale für den Frieden

Die Sicht des Kardinalsstaatssekretärs Pietro Parolin

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 260 klicks

In einem Gespräch mit Radio Vatikan (26. Mai) betonte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, dass Papst Franziskus mit seiner Einladung zum Friedensgebet im Vatikan und dem Gang zur Trennmauer in Betlehem seine Reise in das Heilige Land nicht von einer Pilgerreise zu einer Reise mit einem politischen Charakter habe werden lassen. Mit diesen deutlichen Signalen für den Frieden habe er vielmehr eine Verbindung zwischen dem spirituellen Inhalt und dem Frieden zwischen Israelis und Palästinensern geschaffen, so Parolin zu Radio Vatikan. Er sagte:

„Wir wollen hier noch einmal die Macht des Gebets betonen; das will auch der Papst betonen. Bei so vielen Sackgassen, politischen und diplomatischen, dem ganzen Knäul von Schwierigkeiten und Problemen, vor denen wir stehen und die wir auch in den zwei Tagen, in denen wir nun hier sind, schon erlebt haben, will der Papst einmal mehr diese Kraft des Gebets aufzeigen, das die Herzen zusammenbringen kann und allen die Fähigkeit gibt, mutige Entscheidungen zu treffen. Ich möchte das noch einmal unterstreichen: Mutige Entscheidungen. Alle brauchen die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, die uns wirklich zum Frieden führen.“

Parolin sagte desweiteren, er hoffe auf einen Wandel bei allen im Nahen Osten lebenden Menschen, denn nur so könne dauerhaft Frieden geschaffen werden. Frieden sei jedoch nicht allein ein rein menschliches Schaffen, sondern sei auch und in erster Linie ein Geschenk Gottes, was als eine Umformung der Herzen zu verstehen sei. Das Geschenk des Friedens komme nicht einfach vom Himmel herab, so Parolin, sondern verwandle die Menschen so, dass sie Handelnde für den Frieden werden können. Er sagte, man nehme das Geschenk Gottes an, indem man sich vom Heiligen Geist verwandeln lasse.