Deutsch-französische Freundschaft ist ein Kern der Europäischen Einigung

Gemeinsame Erklärung der Französischen und der Deutschen Bischofskonferenz zum 50. Jahrestag des Elysée-Vertrags

Bonn, (ZENIT.orgDBK PM) | 687 klicks

In einer gemeinsamen Erklärung haben die Vorsitzenden der Französischen und der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal André Vingt-Trois und Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags gewürdigt. In Dankbarkeit erinnere man an den Vertrag, der Höhepunkt der Aussöhnung der beiden verfeindeten Nationen gewesen sei. „Als Bischöfe würdigen wir, was mit diesem Freundschaftsvertrag erreicht worden ist und sich in seinem Rahmen entwickelt hat.“

Die beiden Konferenzvorsitzenden betonen, dass die freundschaftlichen Beziehungen heute mehr denn je entscheidend seien, um die derzeitige Krise zu überwinden und die Zukunft Europas zu gestalten: „Die deutsch französische Freundschaft, die einen Kern der Europäischen Einigung bildet, ist seit jeher ein Dienst an Europa gewesen. Auch in einer größer gewordenen Europäischen Union hat das deutsch-französische Tandem nichts an Bedeutung verloren“, heißt es in der Erklärung. Gerade weil Frankreich und Deutschland in vielen Bereichen sehr unterschiedlich seien, könne eine Einigung zwischen beiden Ländern oft die Grundlage für eine Einigung in Europa bilden.

„Die Euro-Krise hat unverantwortliches Verhalten auf verschiedenen Ebenen ans Licht gebracht und stellt die Solidarität zwischen den europäischen Ländern auf eine harte Probe. Für die Zukunft Europas müssen Solidarität und Verantwortung enger verknüpft werden“, so Kardinal Vingt-Trois und Erzbischof Zollitsch. Mit der Wirtschaftskrise sehe man die Missachtung und das Misstrauen zwischen den europäischen Völkern, die Ablehnung von Fremden und die Verweigerung von Solidarität wieder zum Vorschein kommen. „Frankreich und Deutschland können und müssen aus der Geschichte ihrer Versöhnung und ihrer Freundschaft die Stärke schöpfen, um gemeinsam Konsequenzen aus den aktuellen Problemen zu ziehen. Sie können daraus auch Inspiration gewinnen, die Europäische Union beim Aufbau langfristig tragfähiger politischer Strukturen und einer wirklichen sozialen Marktwirtschaft in Europa zu unterstützen“, so die gemeinsame Erklärung. Auch die Kirche habe ihren Beitrag zum Ausbau dieser Freundschaft geleistet. Der 50. Jahrestag des Elysée-Vertrags gebe die Gelegenheit, „vor allem die jüngere Generation daran zu erinnern, dass Versöhnung kein leeres Wort ist, sondern der Weg, den unsere Länder tatsächlich in der Geschichte gegangen sind und der allen Menschen guten Willens offen steht.“