Deutsche Bischöfe: Pflichtfach Ethik schwächt Religionsunterricht

Zur Situation des Religionsunterrichts in Berlin

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FULDA, 26. September 2008 (ZENIT.org).- Die Einführung des für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtenden Fach Ethik in den Sekundarschulen zum Schuljahr 2006/2007 hat die Stellung des Religionsunterrichts in Berlin geschwächt, erklärte jetzt der Vorsitzende der katholsichen deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch zum Absschluss der Herbst-Vollversammlung der Bischöfe in Fulda..

Eine Bürgerinitiative „Pro Reli e.V.“ verfolge das Ziel, über ein Volksbegehren einen Wahlpflichtbereich (konfessioneller) Religionsunterricht/Ethik an den Berliner Schulen einzurichten.

In der am vergangenen Montag gestarteten zweiten Phase des Volksbegehrens müssen bis zum 21. Januar 2009 rund 170.000 Unterschriften gesammelt werden.

Die Deutsche Bischofskonferenz begrüßt die Initiative und unterstützt nachdrücklich den Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, in seinen Aktivitäten zur Verbesserung der Situation des Religionsunterrichts in Berlin. Die Bischöfe unterstreichen nochmals die Bedeutung des schulischen Religionsunterrichts, der in den meisten Bundesländern als ordentliches Lehrfach unterrichtet wird und hohe Akzeptanz bei Eltern wie Schülern erfährt.

Am 4. Dezember werden das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz und das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschlands (EKD) in Berlin einen Kongress zur Bedeutung der religiösen Bildung in Schule und Gesellschaft veranstalten.

Erst im letzten Jahr hatte das deutsche Bundesverfassungsgericht die Klage einer Schlerin abgewiesen, die sich dagegen gewehrt hatte an diesem Unterrichtsangebot teilnhemen zu müssen. Mit dem Beschluss beendeten

die Karlsruher Richter vorläufig die rechtlichen Auseinandersetzungen um das umstrittene Pflichtfach. Der Ethikunterricht war mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 in allen siebten Klassen des Landes Berlin eingeführt worden und soll bis 2010 auf die ganze Mittelstufe ausgedehnt werden. Schüler können auch am Religionsunterricht teilnehmen, allerdings lediglich auf freiwilliger Basis und zusätzlich.