Deutsche Bischöfe über den "Bologna-Prozess" und das Theologiestudium

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BERLIN, 31. März 2006 (ZENIT.org).- Während ihrer Vollversammlung Anfang März befassten sich die deutschen Bischöfe eingehend mit dem "Bologna-Prozess", der einen einheitlichen europäischen Hochschulraum anstrebt, und beschlossen in zweiter Lesung "Kirchliche Anforderungen an die Modularisierung des Studiums der Katholischen Theologie (Theologisches Vollstudium) im Rahmen des Bologna-Prozesses".



Wie Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, berichtete, sollen die neuen Vorgaben für den Diplomstudiengang den Katholisch-Theologischen Fakultäten wie die bereits im Jahr 2003 verabschiedeten "Kirchlichen Anforderungen für die Lehramtstudiengänge" die Möglichkeit geben, "den neuen europäischen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Die Neuordnung des Diplomstudiengangs bedarf noch der Zustimmung des Heiligen Stuhls."

Die neuen "Kirchlichen Anforderungen" legen die "Rahmenordnung für die Priesterbildung" (2003) zu Grunde. Sie betreffen vor allem den Aufbau des Theologischen Vollstudiums, das der Ausbildung der Priester und Pastoralreferentinnen und -referenten dient. Durch die Reform soll eine breite theologische Grundlegung gewährleistet und das Studium – bei Wahrung der Fächerstruktur der Theologie – stärker interdisziplinär ausgerichtet werden. Dies waren auch Anliegen des Katholisch-Theologischen Fakultätentages und der Deutschen Regentenkonferenz, die die Vorbereitung der "Kirchlichen Anforderungen" begleitet haben.

Neu sind nach Kardinal Lehmann auch die Modularisierung des Studiums und die Einführung von Leistungspunkten. Um die internationale Vergleichbarkeit des deutschen Theologiestudiums zu gewährleisten, wird das grundständige Studium auch künftig fünf Jahre dauern. Es wird mit dem Grad des "Diplomtheologen" abgeschlossen. Daneben kann es an den Katholisch-Theologischen Fakultäten und Ausbildungsstätten Bachelor- und Masterstudiengängen geben, die für den Lehrerberuf oder für sonstige Berufe qualifizieren.

Der Heilige Stuhl ist dem Bologna-Prozess im Jahr 2003 beigetreten. Er beteiligt sich aktiv an der Gestaltung des Prozesses. Bei seinem Beitritt hatte der Heilige Stuhl förmlich festgestellt, dass der erste Studienzyklus des Theologischen Vollstudiums auch künftig fünf Jahre dauern wird.