Deutsche Bischofskonferenz trauert um Opfer in Haiti

Erzbischof Zollitsch: "Jetzt helfen! Cartitas koordiniert die Hilfe vor Ort"

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BONN, 15. Januar 2010 (ZENIT.org/dbk.de).- Mit großer Bestürzung hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz den Verletzten und Angehörigen der Opfer nach der schweren Erdbebenkatastrophe in Haiti sein Mitgefühl ausgesprochen. In einem Brief an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Haiti, Erzbischof Louis Kébreau, schreibt Zollitsch: "Besonders erschüttert bin ich vom Tod so vieler Menschen, die in selbstlosem Einsatz für die Kirche Ihres Landes gearbeitet haben."

<>Die Republik Haiti hat eine Ausdehnung von rund 27.000 qkm und befindet sich rund 80 Kilometer von Kuba entfernt. Sie hat 9.035 Einwohner, von denen nur 3,4% alter als 65 Jahre werden. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei rund 1.300 Dollar, was dazu führt, dass sich Haiti Platz 203 auf der Liste der insgesamt 229 Länder in aller Welt einnimmt und damit zu den ärmsten gehört.

<>Er verneige sich in tiefer Trauer vor den Opfern dieser schrecklichen Katastrophe. Erzbischof Zollitsch sprach der Kirche auf Haiti seine Anteilnahme insbesondere zum Tod des Erzbischofs von Port au Prince, Joseph Serge Miot, aus.

<>Haiti umfasst die Hälfte der Insel Hispaniola, wo Kolumbus am Ende seiner ersten Reise 1492 mit seinen Schiffen landete. Die Alphabetisierungsrate liegt bei 95% und die durchschnittliche Lebenserwartung bei 50 Jahren. Die Bevölkerung besteht zu 95% aus Farbigen und zu 5% aus Mulatten oder Weißen. Das Land wird oft von heftigen Sturmwinden und Hurrikans heimgesucht, die zu Tod und Zerstörung führen. Allein 2008 waren es vier (Fay, Gustav, Hanna und Ike). Insgesamt starben dabei 330 Menschen und zahlreiche werden vermisst: bis zum gestrigen Erdbeben galten die vier Hurrikans, die innerhalb eines einzigen Monats über das Land fegten als größte Naturkatastrophe der vergangnen Jahre. Neben der Hauptstadt gibt es in Haiti die beiden Städte Cap-Haitien und Gonaives. 

"Die unsagbare Trauer wird noch größer durch den Tod zahlreicher Priester und Seminaristen, die beim Einsturz des Priesterseminars ums Leben gekommen sind." Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz ruft die Bevölkerung in Deutschland dringend zu Spenden auf.

"Wir müssen jetzt helfen. Deshalb bitte ich um sichtbare Unterstützungen für die Opfer auf Haiti. Spenden Sie jetzt. Caritas International koordiniert die Hilfe für Haiti." Gleichzeitig appellierte Zollitsch, das Gebet für die Krisenregion nicht zu vergessen.

Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti sendet Caritas international nun die ersten Hilfslieferungen in das Katastrophengebiet. Das Hilfswerk der deutschen Caritas liefert acht medizinische Notfall-Einheiten (WHO Health Kits), die jeweils den Bedarf von etwa 10.000 Menschen für drei Monate abdecken, in den karibischen Inselstaat. Begleitet wird der Transport von einem Arzt, der bereits in vielen Großkatastrophen im Einsatz war, sowie von zwei weiteren Caritas-Helfern aus Deutschland. Zudem werden Großzelte, Decken und Planen, Haushaltssets und Wasserkanister per Schiff und Flugzeug ins Land gebracht. Caritas international hat das Transportflugzeug gemeinsam mit der Diakonie Katastrophenhilfe gechartert, die ebenfalls in Haiti aktiv ist.

Unterdessen läuft die Nothilfe der Caritas vor Ort bereits auf Hochtouren. Caritas-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen leisten Erste Hilfe und verteilen Zelte und Decken, die als Soforthilfe zur Verfügung stehen. Weitere Hilfe ist dringend nötig, denn die eigenen Vorräte sind inzwischen aufgebraucht. Vor allem fehlt es nach Auskunft der Caritas Haiti an sauberem Trinkwasser, Medikamenten, Zelten und Decken, Lebensmitteln und medizinischer und psychologischer Hilfe für die Opfer.

Nach wie vor ist die Situation vor Ort unübersichtlich. Die Zahl der Todesopfer geht vermutlich in die Tausende, die haitianische Regierung spricht gar von Zehntausenden. Mindestens drei Millionen Menschen sind direkt von der Katastrophe betroffen. "Das ist die schlimmste Katastrophe, die Haiti je erlebt hat. In Port-au-Prince liegen überall Tote auf den Straßen. Die Krankenhäuser sind vollkommen überfüllt", berichtet der Nothilfekoordinator der Caritas Haiti, Joseph Jonidès Villarson.

Rund 70% der Haitianer sind Katholiken, 23% Protestanten. Insgesamt gibt es 7.039.000 katholische Gläubige, 10 Kirchsprengel, 18 Bischöfe, 485 Weltpriester und 306 Ordenspriester, 332 Laienbrüder, 1.851 Ordensschwestern und 421 Große Seminaristen. In kirchlicher Trägerschaft befinden sich 213 Krankenhäuser, 213 Krankenstationen, 4 Leprastationen, 23 Alters- und Pflegeheime und 39 Waisenhäuser.

Spenden mit Stichwort "Erdbeben Haiti" werden erbeten auf:

Caritas international, Freiburg, Spendenkonto 202 bei der Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe BLZ 660 205 00 oder online unter: www.caritas-international.de