Deutsche Bischofskonferenz würdigt Liturgiedokument des Konzils

"Die katholische Weite der Liturgie lebt von ihrer geistlichen Tiefe"

Köln, (DBK PM) | 499 klicks

Mit einem Festakt in Köln hat die Deutsche Bischofskonferenz gestern an das 50-jährige Bestehen der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils erinnert. Am 4. Dezember 1963 verabschiedete das Konzil das Dokument „Sacrosanctum Concilium“ über die Liturgie der katholischen Kirche.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, erinnerte an die lebendige Bedeutung des Konzilsdokumentes auch für die Kirche im 21. Jahrhundert. Beim Konzil und heute stehe im Mittelpunkt die Frage, was es heißt „als Kirche und einzelner Christ in der Welt und für die Welt zu wirken, die Logik der Welt zu kennen und konsequent in der Logik Gottes zu leben. Was ist es, das die Kirche und jeder einzelne Getaufte Gott, den Mitmenschen, auch sich selbst schuldet – da doch Christus für uns alle der Weg, die Wahrheit und das Leben ist?“ Der Sendungsauftrag Jesu, den das Konzil zur Grundlage gemacht habe, erinnere die Kirche heute daran, „dass sie nicht von der kleinen Herde der Gerechten träumen darf, sondern sich immer wieder aufmachen muss zu den Menschen – auch an die ‚äußeren Ränder‘, wie es Papst Franziskus sagt. Der Sendungsauftrag erinnert daran, dass auch der Gottesdienst der Kirche nicht der Rückzug in eine weltlose Innerkirchlichkeit ist, sondern jener Ort, wo sich die Kirche bei ihrem Herrn sammelt und neu gestärkt wird für ihre Sendung“, so Zollitsch. Die Würdigung der Liturgiekonstitution sei aber nicht nur eine Feier für ein einzelnes Dokument der Bischofsversammlung: „Es soll vielmehr darum gehen, uns dem Grundanliegen der Erneuerung des christlichen Glaubens und der Sendung der Kirche neu zu stellen und dieses Grundanliegen tiefer zu verstehen, um es auch für gegenwärtiges Handeln und Entscheiden fruchtbar zu machen.“

Während des Festaktes erinnerte der emeritierte Weihbischof in Trier, Leo Schwarz, an seine Erfahrungen des Konzils vor Ort in Rom. Der Kirchenhistoriker Professor Dr. Franz Xaver Bischof (München) legte den zeitgeschichtlichen Hintergrund zum Konzil aus: „Die konziliare Neuausrichtung der Kirche deckt sich mit der Rückbindung der Konzilsbeschlüsse in das größere Ganze der epocheübergreifenden katholischen Tradition einerseits, einem neuen Bewusstsein für Reform als Strukturprinzip der Kirche andererseits. Beides ermöglichte katholische Weite nach innen wie nach außen auch in den Konzilsdokumenten“, so Professor Bischof. Der Liturgiewissenschaftler Professor Dr. Winfried Haunerland (München) erinnerte an die Perspektiven der Vielfalt in der Einheit des Konzils. „Lebendige Feier des Gottesdienstes zeigt ihre wahre Fruchtbarkeit weder in einer oberflächlich guten Stimmung, noch in einer formalistischen Objektivität, sondern darin, dass sie zur Prägung des christlichen Lebens durch das Pascha-Mysterium beiträgt“, sagte Professor Haunerland. „Gottesdienstliche Vielfalt in grundlegender Einheit und erfahrbare Einheit in lebendiger Vielfalt müssen in der kommenden Phase der Erneuerung ein Anliegen aller sein, denen der Glaube und das Glaubensleben der Menschen unserer Zeit wichtig ist.“

Der Vorsitzende der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Joachim Meisner, bezeichnete es als wesentliches Moment der Bemühungen des Konzils, „den Gottesdienst und damit verbunden den Heiligungsdienst der Kirche – also die Liturgie – aus ihrem Wesen heraus zu erneuern. Das bedeutet: Das liturgische Beten der Kirche muss für den einzelnen Gläubigen nachvollziehbar und mitvollziehbar sein, sodass es lebensbestimmend werden kann. Geistliches Nachvollziehen und praktisches Mitvollziehen – beides greift ineinander – war und ist das Bemühen liturgischer Erneuerung, und das eine fördert jeweils das andere.“

Hinweis:

Die Redetexte der Festveranstaltung „Sacrosanctum Concilium – Gottesdienst in katholischer Weite. 50 Jahre Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils“ finden Sie zum Herunterladen unter www.dbk.de.