Deutsche Synodenteilnehmer: Dem Glauben neue Strahlkraft geben

Pressekonferenz zum Auftakt

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BONN, 10. Oktober 2012 (ZENIT.org/PM DBK). - Zum Auftakt der XIII. ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode in Rom haben die deutschen Synodenteilnehmer auf einer Pressekonferenz ihre Erwartungen an die Synode vorgestellt. 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hob hervor, dass Papst Benedikt XVI. vor allem im „Jahr des Glaubens“ diesen Glauben neu ins Gespräch bringen wolle: „Für mich sind die zentralen Fragen: Wie können wir neue Wege der Glaubensverkündigung finden – in der Sprache und bei den Methoden? Was heißt es, in einer säkularen Welt heute als Christ zu leben? Wie können wir Menschen für das Evangelium ansprechen und gewinnen?“ Den deutschen Bischöfen sei es wichtig, ihre in den vergangenen Jahren gemachten Erfahrungen einer neuen Evangelisierung mit in die Synode einzubringen.

Kardinal Joachim Meisner (Köln) bezeichnete sich als „Synodenveteran“, da er von der ersten Stunde an dabei war und an insgesamt zehn Synoden teilnahm: „Die Erwartungen an eine Synode waren und sind immer groß in Zeiten der Säkularisierung. Im Haushalt Gottes geht zwar nichts verloren an investierten Gedanken und Texten, aber wir müssen mit Kräften gemeinsam von einer Selbst-Säkularisierung zu einer Selbst-Evangelisierung kommen. Jeder Einzelne unter uns muss Zeugnis über Jesus Christus ablegen und eine Neu Evangelisierung vorantreiben. Das Evangelium ist der Gesundbrunnen, denn die Glut Christi ist ansteckend durch Propaganda und Berührung – Herr, erneuere Deine Kirche, aber fange bei mir selbst an.“

Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) berichtete von einem weltweiten Austausch über die Weitergabe des Glaubens: „Trotz großer Erfahrungsvielfalt und der Suche nach positiven Anknüpfungspunkten aus verschiedenen Kulturen kämpfen alle mit Hindernissen und Widerständen bis hin zur Verfolgung. Wichtig sind qualifizierte Zeugen, die ihren Glauben weitergeben, denn nur die persönliche Begegnung kann Evangelisierung erneuern.“ Die Deutsche Bischofskonferenz habe bereits vor mehr als einem Jahrzehnt das Schreiben „Zeit zur Aussaat – Missionarisch Kirche sein“ veröffentlich und trete nach wie vor für einen vertieften Dialog nach innen und außen, auch in den Diözesen selbst, ein. „Der Dialogprozess in Mannheim und Hannover sowie die Qualifizierung aller, die im Dienste der Kirche stehen, tragen eine entscheidende Rolle zum Austausch bei. Glaubensweitergabe ist ein lebenslanger Prozess, der alle Generationen im Blick haben und auch das Lernen der Generationen untereinander fördern muss.“

Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst (Limburg) erklärte als Leiter der Arbeitsgruppe Katechese und Mission innerhalb der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz: „Unter den Teilnehmern der Synode bin ich ein Synoden-Youngster und kam insbesondere während des Studiums mit den Früchten des Konzils in Berührung. Das Katechumenat ist eine Frucht des Konzils, die in die Diözesen und Gemeinden hineingetragen wird. Weltkirche ist inspirierend, aber zunehmende Mobilität mit einer enormen Angebotsvielfalt schafft bei vielen Menschen auch Rastlosigkeit und Obdachlosigkeit ihrer Seelen. Hier gilt es, ihnen Orte der Orientierung an die Hand zu geben, unter anderem durch die Mitnahme junger Menschen durch die Jugendtagskatechese auf weltweiter aber auch diözesaner Ebene, durch die Herausstellung der Bedeutung von Ehe und Familie oder die Wiederentdeckung des Patenamtes, denn Katechese funktioniert nur über Gefährtenschaft.“ Die Neuerscheinung des Gotteslobes in 2013 trage ebenfalls dazu bei, die katechetische Predigt als Medium neu zu entdecken.

Erzbischof Zollitsch würdigte auf der Pressekonferenz das Buch von Kurienkardinal Paul Josef Cordes, „Geht, sagt es allen Leuten“ (Butzon & Bercker, Kevelaer 2012). Darin zeige der Autor, wie wichtig zum Beispiel geistliche Bewegungen für eine neue Evangelisierung seien. Zollitsch unterstrich, dass geistliche Bewegungen zusammen mit Ordensgemeinschaften, Pfarrgemeinden und Verbänden die ganze Kirche aufbauen. Es sei wichtig, dass die aktuelle Synode auch auf die Früchte früherer Synoden zurückgreife. So habe die Bischofssynode für die Laien vor 25 Jahren wichtige Anstöße für die Gemeindepastoral und geistliche Aufbrüche gegeben. „Die Synode wird in diesen Wochen kein Allheilmittel erarbeiten, aber sie wird unseren Horizont erweitern. Ich bin dankbar, dass wir in den Blick nehmen, wie wir das Evangelium heute in neuer Weise den Menschen – auch in ihrer Sprache – verkünden müssen, damit sie es verstehen. Wir wollen Menschen helfen, den Glauben neu oder wieder als Bereicherung ihres Lebens zu erfahren“, so Zollitsch.