Deutscher Gesetzesentwurf gefährdet Beichtgeheimnis

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BERLIN, 18. Januar 2008 (ZENIT.org).- Geistliche, Abgeordnete und Strafverteidiger sollen gemäß einer neuen Gesetzesvorlage des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA) in Zukunft bei schwerem Verdacht abgehört werden können.



Die Nachricht über den von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble approbierten Passus, der den bislang vorgesehene Abhörschutz bei Geistlichen und sonstigen unter Schweigepflicht stehenden Rechtspersonen ablösen könnte, soll dann gelten, wenn dies „zur Abwehr einer Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit einer Person erforderlich ist“.

Ein Sprecher von Ressortchef Wolfgang Schäuble (CDU) bestätigte am Mittwoch in Berlin, dass die entsprechende Passage im Referentenentwurf des Innenministeriums enthalten sei.

Der Kölner Domvikar und Beichtseelsorger Oliver Dregger erklärte heute gegenüber „Radio Vatikan“: „Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich die Politik an das Beichtgeheimnis heranwagen wird, denn das Beichtgeheimnis ist in unserem Land durch das Konkordat geschützt. Aber auch wenn es um die Amts-Schweigepflicht des Priesters geht, das heißt, wenn Leute nicht mehr das Gefühl hätten, dem Priester kann ich wirklich vertrauen, dann würden die Menschen nicht mehr zu ihm gehen.“