Deutsches Ehepaar leitet für die nächsten sechs Jahre das Institut der Schönstatt-Familien

VI. Internationales Generalkapitel in Schönstatt

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SCHÖNSTATT, 22. August 2006 (ZENIT.org).- Das deutsche Ehepaar Bernhard und Elisabeth Neiser aus Deutschland wurde beim VI. Generalkapitel der Schönstatt-Familien für sechs Jahre zur neuen Generaloberenfamilie gewählt. Beim Generalkapitel, das vom 16. Juli bis zum 5. August im Familienhaus in Schönstatt-Vallendar bei Koblenz abgehalten wurde, waren 30 Ehepaare zugegen. Sie repräsentierten Familien aus 14 Nationen.



Das Institut der Schönstatt-Familien ist Teil des von Pater Josef Kentenich im Konzentrationslager Dachau 1942 gegründeten Schönstatt-Familienwerks. Gegenwärtig gehören ihm weltweit 214 Ehepaare an, weitere 85 Ehepaare bereiten sich auf die Aufnahme vor.

Während ihrer Zusammenkunft beschäftigten sich die rund 50 Delegierten vor allem mit Fragen einer zeitgemäßen Familienpastoral sowie der wirksamen Zusammenarbeit der Gemeinschaften der Familienbewegung. Neben der Generalobernfamilie für den Zeitraum von 2006 bis 2012 wurden Teresa und Ricardo Martino aus Madrid, Spanien, zur Generalassistentenfamilie gewählt. Die Aufgaben der Generalkursführerfamilie werden in Zukunft Patricia und José Koestner aus Buenos Aires, Argentinien, übernehmen. Die erste Ratsfamilie wird von Margarete und Herbert Beck aus München gebildet, und das zweite Ratsfamilie von Pilar und Luis Jensen, aus Santiago, Chile.

Begleitet wird das Institut der Schönstatt-Familien von einem Geistlichen Assistenten, ein Amt, mit dem derzeit P. Horacio Sosa Carbó aus Argentinien betraut ist.

Die bisherige Generalobernfamilie, Anneliese und Francisco Nuño, werden den italienischen Schönstatt-Wallfahrtsort in Belmonte bei Rom betreuen.

Der Trierer Diözesanbischof Reinhard Marx betonte anlässlich des Generalkapitels: "Wir können dankbar dafür sein, dass in unserer Gesellschaft, nach Jahrzehnten der Blindheit gegenüber diesem Thema, wenigstens wieder neu in den Blick rückt, dass Ehe und Familie für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft unverzichtbar sind." In seiner Predigt dankte er allen, die sich in der weltweiten Schönstatt-Familienbewegung engagieren, für ihr christliches Zeugnis in ihren Gemeinschaften, in den Pfarrgemeinden, den Familienkreisen und in der Welt. Er ermutigte sie, in diesem Zeugnis nicht nachzulassen. Gerade in einer säkularen Gesellschaft sei es wichtig, deutlich zu machen, dass es klug und vernünftig ist, sich als Christ zu bekennen. "Wer mit Gott rechnet und den Blick auf das Unsichtbare richtet, der ist der wahrhaft Kluge", so Bischof Marx. Alle könnten froh sein, dass in der heutigen Zeit wieder intensiver über Ehe und Familie gesprochen werde. In der Katholischen Soziallehre sei immer klar gewesen, dass diese ebenso wie auch "das geordnete Gemeinwesen", der Staat, zu den "natürlichen Institutionen des Menschseins" gehören.

Fünf Ehepaare – aus Chile, aus USA, Tschechien, Österreich und Deutschland – zeigten ausgehend von ihren persönlichen Erfahrungen auf, worauf es den Familien ankommt, die sich zu einer Lebensform entschieden haben, in der Ehe und Familie als geistliche Berufung im Geist der evangelischen Räte gelebt wird; zu einer Lebensform, die so neu ist, dass es noch keinen kirchenrechtlichen Ort für sie gibt.

Zu den Elementen, die das Leben dieser Familien prägen, gehören eine ganzheitliche Sicht der ehelichen Liebe, gelebte Hauskirche, verbindlicher Ehe-Dialog, gesellschaftliches und politisches Engagement sowie das Entdecken und Fördern des persönliches Charismas jedes Kindes.