Deutsches Pilgerzentrum in Rom bekommt neuen Leiter

Der Priester kommt aus dem Erzbistum München und Freiburg

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 465 klicks

Am Tiberufer in Sichtweite der Engelsburg liegt das deutsche Pilgerzentrum in Rom, das am 20. November einen neuen Leiter bekommen wird, den 59jährigen gebürtigen Saarländer Werner Demmel aus dem Erzbistum München und Freiburg. Er löst Hans-Peter Fischer ab, der ebenfalls amtierender Direktor des Compasanto Teutonico ist. Während der Amtszeit des vorherigen Leiters, dem Priester Don Antonio Tedescosiedelte das deutsche Pilgerzentrum, eine Einrichtung der Deutschen Bischofskonferenz, von einem Büro in der Nähe des Petersplatzes in das Stadtzentrum von Rom, in die Via del Banco di S. Spirito 56 über.

In einem Interview mit Radio Vatikan sagte Demmel, er sei sehr überrascht gewesen, als ihm in einem Telefonanruf im Juli während seines Urlaubs die Stelle angeboten worden sei. Er habe sofort zugesagt, da er Rom liebe. Während seiner Tätigkeit als Krankenhausseelsorger verbrachte er auch zwei Jahre in Rom und arbeitete in dieser Zeit in einem der städtischen Krankenhäuser, dem auf der Tiberinsel. Demmel sagte, er sei 1975 bei den Barmherzigen Brüdern eingetreten und habe dort eine ordensinterne Ausbildung gemacht und habe in Regenburg und an der Gregoriana in Rom studiert. Seit 1999 sei er Diözesanpriester der Diözese München und Freising. Dieser Weg habe ihn auch in das Krankenhaus nach Rom geführt.

Demmel sagte, er verspüre eine große Liebe zu kranken Menschen, was ihn 30 Jahre lang in der Krankenseelsorge gehalten habe. Dank des Ordens der Barmherzigen Brüder und der damit verbundenen Spiritualität des Heiligen Johannes von Gott sei er derjenige geworden, der er heute sei, was seine Spiritualität und seinen Blick auf die Dinge betreffe. Die Kranken würden der Kirche ein Beispiel des Gottvertrauens und „des Sich Überlassens“ geben, aber auch des Haderns.

Er fuhr fort, auch Kranke seien Pilger. Sie seien Menschen unterwegs, mit einem Ziel vor Augen, oft sei ihr Weg verstelle, ihr Leben isoliere, geprägt durch Krankheit, Angst und Ungewissheit. Aus diesem Grund könne man Kranke und Pilger vergleichen. Auch Pilger hätten ein Ziel vor Augen, hätten Erwartungen und Fragen, erlebten auf ihrem Pilgerweg nach oder in Rom Enttäuschungen.

Demmel sagte, er sei bereits seit einem halben Jahr in Rom, um sich die neue Arbeitsstelle aus der Nähe anzuschauen. Dabei habe er besonders geschaut, mit welchen Erwartungen die Menschen in das Pilgerzentrum nach Rom kämen, was ihre dringendsten Fragen und Bedürfnisse seien. Ihm sei gleich die unterschiedliche Benennung des Zentrums aufgefallen, neben „Deutschem Pilgerzentrum“ gebe es auch den Namen „Patorales Zentrum für Pilger in deutscher Sprache“. Sein Ziel sei es, einen Ort zu schaffen, der nicht nur als eine Kartenvergabe für die Audienz diene, sondern auch ein pastorales Geschehen anbiete. So spiele er mit dem Gedanken, eine alte Kirche gegenüber dem Pilgerzentrum am alten Pilgerweg, der Pilger über Jahrhunderte zum Petrusgrab geführt habe, für Messen zu nutzen.