Deutschland: Neue katholisch-lutherische Dialogkommission nimmt Beratungen auf

„Gott und die Würde des Menschen", zentrales Thema der Abreitsgespräche

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KASSEL, 27. Mai 2009 (ZENIT.org/dbk.de).- „Dies ist ein wichtiges Signal gegen alle, die meinen, um die Ökumene sei es derzeit schlecht bestellt", betonte Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), heute unmittelbar nach der konstituierenden Sitzung der neuen Dialogkommission der DBK und der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Kassel. „Die Gespräche werden unser wechselseitiges Verständnis vertiefen und unsere Beziehungen bereichern, davon bin ich überzeugt."

Im Mittelpunkt der Beratungen steht das Thema „Gott und die Würde des Menschen". Darüber hinaus erörtert die Runde die bisherige Methode des ökumenischen Dialogs.

Auch Landesbischof Dr. Friedrich Weber von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Catholica-Beauftragter der VELKD, wertet den Beginn der bilateralen Arbeitsgruppe als ein wichtiges Signal, dass das Gespräch der beiden Konfessionen weitergeht. „Die neue Themenstellung führt in Bereiche, die bei den bisherigen Lehrgesprächen nicht genügend bedacht wurden. Es ist wichtig, dass wir die unveräußerliche Würde des Menschen als ein über die Konfessionen hinweg verbindendes Thema herausarbeiten."

Von der Kirchenleitung der VELKD wurden als Mitglieder der Dialogkommission berufen: Landesbischof Dr. Friedrich Weber (lutherischer Vorsitzender), Prof. Dr. Hans-Martin Gutmann, Regionalbischof i. R. Dr. Ernst Öffner, Dr. Miriam Rose, Prof. Dr. Christiane Tietz, Prof. Dr. Joachim Track, OKR Dr. Oliver Schuegraf (lutherischer Geschäftsführer). Mitglieder der Dialogkommission sind für die Deutsche Bischofskonferenz: Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller (katholischer Vorsitzender), Prof. Dr. Johannes Reiter, Prof. Dr. Dorothea Sattler, Prof. Dr. Thomas Söding, Prof. Dr. Wolfgang Thönissen, Prof. Dr. Eberhard Tiefensee, Dr. Dorothee Kaes (katholische Geschäftsführerin).

Die Dialogkommission setzt die theologischen Gespräche fort, die seit Mitte der 70er Jahre von der Deutschen Bischofskonferenz und der VELKD geführt werden. Bisherige Ergebnisse dieser Gespräche sind die Dokumente „Kirchengemeinschaft in Wort und Sakrament" (1984) und „Communio Sanctorum" (2000). Daran anknüpfend wird die neue Kommission bei ihrer nächsten Sitzung Mitte Dezember die Methode, die diesen Dialogen zugrunde lag, sowie deren Rezeption untersuchen und dabei auch die Ergebnisse des internationalen römisch-katholisch/lutherischen Dialogs in den Blick nehmen.