Deutschland: „Orte der Einkehr und des Gebets“, Motto zum „Tag des offenen Denkmals“ 2007

Kirchliche Denkmalpflege zielt darauf ab, „die Zukunft aus dem Glauben zu gestalten“

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BERLIN/BONN, 4. September 2007 (ZENIT.org).- Der „Tag des offenen Denkmals“ in Deutschland, der am 9. September zum 15. Mal begangen wird, ist in diesem Jahr „Historischen Sakralbauten - Orten der Einkehr und des Gebets“ gewidmet. Unter den rund 9.500 denkmalgeschützten Bauten, die an diesem Tag bundesweit besichtigt werden können, sind 3.000 katholische Denkmale (vgl. Programm).



„Die kirchliche Denkmalpflege dient nicht nur der Aufgabe, Zeugnisse der Vergangenheit zu bewahren; sie richtet sich vielmehr darauf, die Zukunft aus dem Glauben zu gestalten“, heben Bischof Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, und Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, in einem gemeinsamen Grußwort hervor.

Da die meisten katholischen Gotteshäuser tagsüber geöffnet sind, werden nach einer heute veröffentlichten Presseerklärung der Deutschen Bischofskonferenz am 9. September nicht nur viele Kirchen, Klöster und Kathedralen für Besucher offen stehen. Am „Tag des offenen Denkmals“ werden vielmehr auch solche Denkmale zum Besuch einladen, bei denen der sakrale Bezug nicht mehr offensichtlich ist: Krankenhäuser, die aus kirchlichen Spitälern hervorgegangen sind; Schulen und Hochschulen, die früher Klöster waren; frühchristliche Begräbnisstätten, die zu Friedhöfen wurden. Heute wisse kaum jemand, „dass moderne Autostraßen oft entlang alter Wallfahrtswege gebaut wurden und dass viele alte Häuser an diesen Wegen einst Pilgerherbergen waren. Vermeintlich säkulare Bürgerhäuser, in denen heute Banken, Boutiquen und Büros sitzen, waren früher zum Beispiel Domherren-Palais mit eigenen Hauskapellen.“

Der „Tag des offenen Denkmals“ wird auch Einblick in den Bereich der sakralen Denkmalpflege ermöglichen (etwa Glocken- und Orgelrestauration). „Historische Sakralbauten öffnen den Blick dafür, wie eng die Geschichte des abendländischen Europas mit dem religiösen Leben verwoben ist. Dabei sind nicht nur der Gottesdienst, sondern auch der Dienst am Nächsten, Wissenschaft und Kultur Teil des abendländischen religiösen Lebens. Als sozialkaritative, bildungspolitische, interkulturelle und mäzenatische Akteure haben die Kirchen die soziale und kulturelle Infrastruktur Deutschlands mit aufgebaut und maßgeblich geprägt.“

Die Kirche ist nach dem Staat die größte Denkmaleigentümerin. Jährlich besuchen rund 90 Millionen Menschen in Deutschland kirchliche denkmalgeschützte Gebäude. Das zeigt, dass kirchliche Denkmalpflege, für die die katholische Kirche jährlich 418 Millionen Euro ausgibt, nicht nur den praktizierenden Christen zugute kommt, sondern der Gesamtgesellschaft (vgl. Die Katholische Kirche in Deutschland und die Denkmalpflege – Hintergründe, Fakten, Perspektiven).

Beim „Tag des offenen Denkmals“ handelt es sich um eine Initiative, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert und von den Kirchen seit ihrem Beginn 1993 unterstützt wird. Mit mehr als vier Millionen Besuchern gehört der „Tag des offenen Denkmals“ zu den populärsten Kulturereignissen in Deutschland.