Deutschland: Sekretär der Bischofskonferenz weist Kritik des israelischen Botschafters zurück

Bischöfe betreiben keine „Dämagogie“

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BONN, 7. März 2007 (ZENIT.org).- Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz hat in einer gestern veröffentlichten Stellungnahme klargestellt, dass die deutschen Bischöfe bei ihrem Aufenthalt im Heiligen Land weder eine der beiden im Nahost-Konflikt involvierten Parteien „dämonisiert“ noch „doppelte Maßstäbe angelegt“ hätten.



„Das Gegenteil ist richtig“, unterstrich P. Dr. Hans Langendörfer SJ in Reaktion auf Vorwürfe, die zuvor Shimon Stein, israelischer Botschafters in Deutschland, vorgebracht hatte.

Hier die klärenden Worte des Jesuitenpaters:

„1. Der Besuch der deutschen Bischöfe in Israel und in den palästinensischen Gebieten war durchgängig von einer hohen Sensibilität für die Belange beider Konfliktparteien bestimmt. In allen Ansprachen, aber auch in den Gesprächen mit dem stellvertretenden israelischen Ministerpräsidenten Shimon Peres und dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, das von bestimmten Seiten immer noch in Frage gestellte Existenzrecht des Staates Israels nachdrücklich unterstrichen und auf die Bedrohung seiner Einwohner durch den Terrorismus hingewiesen. Es kann deshalb keine Rede davon sein, die deutschen Bischöfe hätten bei ihrem Aufenthalt vor Ort eine Seite des Konflikts dämonisiert und doppelte Maßstäbe angelegt. Das Gegenteil ist richtig.

2. Anlässlich des Besuchs in Bethlehem, d. h. unter dem Eindruck der bedrückenden Situation, die an diesem Ort herrscht, sind aus der emotionalen Betroffenheit Einzelner heraus einige wenige sehr persönliche Bemerkungen gefallen, die bereits selbstkritisch richtiggestellt wurden. Dies gilt vor allem für eine Nebenbemerkung, die auf das Warschauer Ghetto anspielte.

3. Kardinal Lehmann hat die Haltung der deutschen Bischöfe in der Gedenkstätte Yad Vashem und in seiner Abschluss-Presseerklärung verbindlich zum Ausdruck gebracht.

Nachdrücklich bedauere ich diesen Missklang, der sich in die Reise eingeschlichen hat. Er sollte jedoch nicht dazu verleiten, den überaus positiven Impuls in Frage zu stellen, den die Bischöfe mit ihrer Visite sowohl auf israelischer wie auf palästinensischer Seite, bei den Vertretern der Regierungen wie der Bevölkerungen gesetzt haben.“