Deutschland: Umstrukturierungen in den Diözesen als Chance

Kardinal Lehmann und Bischof Wanke stellten neue Arbeitshilfe vor

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FULDA, 26. September 2007 (ZENIT.org).- Die Umstrukturierungen, die derzeit in den 27 Bistümern der sieben deutschen Kirchenprovinzen im Gang sind, verfolgen im Letzten das Ziel, „Kirche dort einladend sichtbar zu machen, wo die Menschen leben und arbeiten“. Das betonte heute, Mittwoch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, in Fulda, wo die 71 Mitglieder der deutschen Bischofskonferenz bis morgen, Donnerstag, ihre 140. Vollversammlung abhalten.



Kardinal Lehmann stellte am Rande der Tagung zusammen mit dem Vorsitzenden der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Joachim Wanke (Erfurt), die neue Arbeitshilfe „,Mehr als Strukturen…‘ Neuorientierungen der Pastoral in den Diözesen. Ein Überblick“ vor. Sie wird vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz herausgegeben und bietet einen Überblick über die Richtlinien für die pastorale Neuordnung in den einzelnen (Erz-)Diözesen. Die zusammengetragenen Zahlen und Fakten werden nach Worten von Kardinal Lehmann dazu beitragen, „die Neuordnungen menschennah und pastoraltheologisch verantwortbar durchzuführen“.

Bereits im April 2007 hatten sich die deutschen Bischöfe bei ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Reute im Rahmen eines Studientags ausführlich mit den pastoralen Neuordnungen in den Diözesen befasst. Drei Kernorientierungen sind nach Worten von Kardinal Lehmann damals deutlich geworden: Zum einen mache die Vergrößerung der pastoralen Räume einen „verstärkten Einsatz notwendig, um auf vielfältige Weise den Menschen seelsorglich, räumlich und zeitlich nahe zu sein“. Zugleich müsse die „Vernetzung der unterschiedlichen kirchlichen Orte sowie der Formen und Vollzüge der Seelsorge deutlich“ verstärkt werden. Und schließlich müsse diese Vernetzung auch „eine unmittelbare Auswirkung auf die pastoralen Berufe haben“ (vgl. Kardinal Lehmann: Neuorientierung der Pastoral).

Durch die Zusammenlegung von Pfarreien ziehe sich die Kirche nicht einfach aus der Fläche zurück, hob seinerseits Bischof Wanke hervor. „Vielmehr wird die Konzentration auf pastorale Zentren die Bedeutung kirchlicher Orte wie Krankenhäuser, Sozialstationen, Schulen und Kindergärten als Orte des Glaubens stärken“ (vgl. Bischof Wanke: Mehr als Strukturen).