Dialog mit der Piusbruderschaft: Kardinal Levada, Präsident von „Ecclesia Dei“

Doktrinelle Fragen machten Verknüpfung mit der Glaubenskongregation notwendig

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ROM, 8. Juli 2009 (ZENIT.org).- Die Verbindung der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei mit der Kongregation für die Glaubenslehre, wie sie Papst Benedikt XVI. in seinem historischen Brief an die Bischöfe der katholischen Kirche in Sachen Aufhebung der Exkommunikation der vier von Erzbischof Lefebvre geweihten Bischöfe angekündigt hat, ist hergestellt. Der Vatikan veröffentlichte heute das entsprechende Apostolische Schreiben des Papstes, das Motu Proprio „Ecclesiae unitatem“ („Die Einheit der Kirche“), das auf den 2. Juli datiert ist. Die strukturelle Änderung war nötig geworden, da die noch ungelösten offenen Fragen im Dialog mit der Priesterbruderschaft Pius X. vor allem doktrineller Natur sind.



Die Kommission Ecclesia Dei, die seit 1988 für jene Gemeinschaften und Personen zuständig ist, die von der Priesterbruderschaft Pius X. oder ähnlichen Gruppierungen kommend in die volle Gemeinschaft mit dem Papst zurückkehren wollen, hat ab sofort einen neuen Präsidenten: Kardinal William Joseph Levada (73), Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, folgt Kardinal Dario Castrillon Hoyos (80), bei dem sich Papst Benedikt für die geleisteten Dienste bedankte. Zum Sekretär der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei ernannte der Heilige Vater Guido Pozzo (57), bisher beigeordneter Sekretär der Internationalen Theologenkommission und Beamter in der Kongregation für die Glaubenslehre.

Die Neuordnung zielt auf die Bewahrung der kirchlichen Einheit ab. Papst Benedikt XVI. schreibt ausdrücklich, dass es darum gehe, all jenen, die in der Kirche bleiben oder zu ihr zurückkehren wollten, diesen Schritt auch zu ermöglichen. Wie schon in der Vergangenheit betont der Heilige Vater in dem heute veröffentlichten Motu Proprio aber auch, dass die Priesterbruderschaft Pius X. keinen kanonischen Status in der Kirche besitze und ihre Amtsträger keine rechtmäßigen Ämter in der Kirche ausübten, solange die offenen doktrinellen Fragen nicht gelöst seien.