Dichtes Programm Benedikts XVI. in der italienischen Erdbebenregion

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ROM, 20. April 2009 (ZENIT.org).- Das vatikanische Presseamt veröffentlichte heute Vormittag das Programm für die Reise, die Papst Benedikt XVI. am 28. April in die mittelitalienische Region Abruzzen unternehmen wird.

Am frühen Morgen des 6. April waren weite Teile der Region um die Hauptstadt L'Aquila von einem verheerenden Erdbeben erschüttert worden, das 295 Tote gefordert und ganze Dörfer unbewohnbar gemacht hat. Der Ort Onna, Epizentrum des Erdbebens, wurde fast völlig zerstört, ein großer Teil der Bevölkerung kam zu Tode.

Zehntausende wurden in der Folge evakuiert und in Hotels an der adriatischen Küste sowie in Zeltstädten des Zivilschutzes untergebracht. Insgesamt schätzt die italienische Regierung, dass mehr als 40 Prozent der Bausubstanz unbewohnbar geworden ist. Auch die 70.000-Einwohner-Hauptstadt L'Aquila selbst sowie die Gebäude und Kirchen des gleichnamigen Erzbistums wurden schwer beschädigt. Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass Erzbischof Giuseppe Molinari nicht ums Leben kam: Als die Decke seines Schlafzimmers im bischöflichen Palais einstürzte, befand er sich, gewarnt durch die Vorbeben, nicht mehr im Raum.

Papst Benedikt XVI. hatte bereits am 8. April während der Generalaudienz angekündigt, sich „sobald als möglich" in die Abruzzen begeben zu wollen.

Am 28. April wird Benedikt XVI. um 9.00 Uhr mit einem Hubschrauber den Vatikan verlassen und als erstes die Zeltstadt bei Onna besuchen, um dort für die Verstorbenen zu beten.

Um 10.00 Uhr wird der Papst in der Hauptstadt L'Aquila ankommen, wo er die halbzerstörte Basilika Santa Maria di Collemaggio besuchen und den in der Basilika bestatteten sterblichen Überresten seines heiligen Vorgängers Papst Coelestin V. (1215-1296) mit der Niederlegung eines der päpstlichen Pallien die Ehre erweisen wird. Coelestin V. ist der einzige Papst der Kirchengeschichte, der sein Amt aus eigenem Antrieb aufgab. Sein liturgischer Gedenktag ist der 19. Mai.

Papst Benedikt wird anschließend beim schwer beschädigten Studentenwohnheim der Stadt Station machen und mit einer Gruppe von Studierenden zusammentreffen. Mehrere junge Menschen waren in dem Gebäude umgekommen.

Um 10.45 Uhr wird der Heilige Vater auf der Piazzale della Guardia di Finanza von Coppito erwartet. Gemeinsam mit dem Erzbischof und dem Bürgermeister von L'Aquila wird er dort zunächst mit den Bürgermeistern und Pfarrern der am meisten vom Erdbeben betroffenen Orte zusammentreffen. Danach soll eine Begegnung des Papstes mit den Gläubigen und den Hilfskräften (Freiwillige, Zivilschutz, Militär) stattfinden.

Nach einer kurzen Ansprache und dem Gebet des „Regina Caeli" wird Benedikt XVI. vor der Statue der Gottesmutter von Roio eine Goldene Rose niederlegen. Bei dieser besonderen päpstlichen Auszeichnung handelt es sich um eine aus Gold geschmiedete Blüte, die mit wohlriechenden Essenzen wie Balsam, Weihrauch und Weihwasser gefüllt ist. Die „Goldene Rose" ist rund 30 Zentimeter lang und die höchste Auszeichnung des Heiligen Vaters für einen Wallfahrtsort.