Die Abschlussmesse im Abendmahlssaal

Die dreitägige Reise des Papstes ins Heilige Land geht zu Ende

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 337 klicks

Am Nachmittag des heutigen Tages feierte Papst Franziskus mit den Ordinarien des Heiligen Landes im Abendmahlssaal zu Jerusalem die Abschlussmesse seiner dreitägigen Reise in das Heilige Land. In seiner Predigt sagte er, der Ort der Messe sei ein Ort der Erinnerung. Jeder Gläubige habe den Auftrag, in die Welt zu gehen und die Frohe Botschaft zu verkünden und sein Leben nach dieser auszurichten. Die Kirche sei im Aufbruch geboren. Er sagte:

„Hinausgehen, aufbrechen heißt nicht vergessen. Die Kirche im Aufbruch bewahrt das Gedächtnis dessen, was hier geschehen ist; der Heilige Geist erinnert sie an jedes Wort, an jede Geste und offenbart deren Sinn.“

Der Abendmahlssaal sei ein Ort der Erinnerung, der Erinnerung an den Dienst an den Ausgeschlossenen, und er sei ein Ort der Freundschaft. Diesbezüglich sagte er:

„Der Herr macht uns zu seinen Freunden, er weiht uns in den Willen des Vaters ein und schenkt uns sich selbst. Das ist die schönste Erfahrung des Christen und in besonderer Weise des Priesters: Freund Jesu, des Herrn, zu werden.“

Papst Franziskus sagte, der Ort an dem Jesus und seine Jünger das Abendmahl feierten, sei ein Ort des Abschieds und der Verheißung, denn Jesus verlasse die Menschen nie. Jedoch erinnere der Ort auch an den Verrat.

„Aber der Abendmahlssaal erinnert uns auch an die Kleinlichkeit, an die Neugier – „Wer ist der Verräter?“ – an den Verrat. Und jeder von uns, nicht immer nur die anderen, kann diese Verhaltensweisen annehmen, wenn wir selbstgefällig auf den Bruder schauen, ihn verurteilen; wenn wir mit unseren Sünden Jesus verraten.“

Auch sei der Abendmahlssaal eine Erinnerung an das Teilen und die Brüderlichkeit. An diesem Ort sei die „neue Familie“ geboren worden.

„Eine Familie, die eine Mutter hat, die Jungfrau Maria. Die christlichen Familien gehören zu dieser großen Familie, und in ihr finden sie Licht und Kraft, um durch die Mühen und Prüfungen des Lebens hindurch voranzugehen und sich zu erneuern. In diese große Familie sind alle Kinder Gottes aus allen Völkern und Sprachen eingeladen – alle Geschwister und Kinder des einen Vaters im Himmel.“