Die Adventszeit beginnt

Besonders Familien bereiten sich mit vielfältigen Bräuchen auf das Weihnachtsfest vor

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) | 428 klicks

Mit dem ersten Adventssonntag, 1. Dezember, beginnt am kommenden Wochenende für Katholiken die Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Mit vielfältigen Bräuchen gestalten die Gläubigen in der Familie und in der Pfarrei diese Zeit der Besinnung und geistlichen Einkehr, bis am Mittwoch, 25. Dezember, mit dem „Hochfest der Geburt des Herrn“ die Weihnachtszeit beginnt.

Monsignore Thomas Schlichting, Leiter des Ressorts „Seelsorge und kirchliches Leben“ im Erzbischöflichen Ordinariat München, lädt die Gläubigen ein, die Adventszeit bewusst zu gestalten: „Viele Bräuche lassen sich besonders gut in den Familien pflegen. Da gibt es zum Beispiel die Barbarazweige, bei denen die Kinder das Knospen und schließlich Blühen beobachten können.“ Die Zweige von Kirsch- oder Pflaumenbäumen, Flieder oder Forsythien werden am 4. Dezember, dem Festtag der Heiligen Barbara, geschnitten und ins Wasser gestellt in der Hoffnung, dass sie bis zum Weihnachtsfest blühen. Sie erinnern an die Heilige Barbara, die nach der Legende in Gefangenschaft einen verdorrten Kirschbaumzweig zum Blühen brachte. „Auch das Brauchtum rund um den Heiligen Nikolaus lädt ein, zu einem Ereignis in der Familie zu werden“, so Monsignore Schlichting weiter. Am Festtag des Heiligen Nikolaus, 6. Dezember, bekommen Kinder kleine Geschenke oder auch Besuch, der sich als Nikolaus verkleidet hat. Der Brauch entstand aus der Verehrung des Bischofs Nikolaus von Myra, der einer Legende zufolge drei Schwestern vor der Verarmung bewahrte, indem er nachts heimlich goldene Kugeln für ihre Aussteuer in ihr Haus warf.

In einigen Familien werden in der Adventszeit auch Hausgottesdienste gefeiert, oft gemeinsam mit Freunden oder Nachbarn. Unter dem Titel „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht“ haben die bayerischen Diözesen dazu einen Text- und Liedvorschlag herausgebracht, der in den Kirchen ausliegt. „Gemeinsam auf das Wort Gottes zu hören und miteinander zu beten kann sehr wohltuend für die Seele sein und stärkt das Gemeinschaftsgefühl in der Familie“, erklärt Monsignore Schlichting. Er lädt auch dazu ein, beim Anzünden der Kerzen auf dem Adventskranz gemeinsam zu beten: „Der Adventskranz weist uns den Weg zum Weihnachtsfest. Wenn in der Familie beim Anzünden der Kerzen ein kurzes Gebet gesprochen wird, verleiht das diesem Brauch noch einmal eine tiefere Bedeutung.“ Der erste Adventskranz mit 24 Kerzen wurde 1839 von Johann Hinrich Wichern in seinem Heim für arme Jungen und Mädchen in Hamburg aufgehängt. Das immer heller werdende Licht symbolisierte die nahende Ankunft von Jesus Christus, dem „Licht der Welt“.

Auch die katholischen Pfarreien laden im Advent zu zahlreichen besonderen Angeboten. Die Gläubigen kommen zum Beispiel in den Morgen- oder Abendstunden bei Kerzenlicht zu Rorate-Gottesdiensten zusammen. Der traditionelle Ruf „Rorate caeli desuper“, „Tauet, ihr Himmel, von oben“, bringt das Hoffen auf die Ankunft Jesu Christi zum Ausdruck. Konzerte mit adventlicher Musik stimmen auf das Weihnachtsfest ein. In vielen Kirchen werden bereits Krippen aufgebaut, zum Teil mit wechselnden Szenen. Manche Pfarreien laden zu Begegnung und Austausch bei Adventsmärkten. Zum ersten Mal bietet das Bildungszentrum der Erzdiözese München und Freising, das Kardinal-Döpfner-Haus auf dem Freisinger Domberg, vom Freitag, 29. November, bis Sonntag, 1. Dezember, die Veranstaltung „Adventszauber“ an. Ein Markt im Dominnenhof wird ergänzt durch Konzerte und Gottesdienste, Workshops und Führungen. (gob)

(Quelle: Webseite des Erzbistums München und Freising)