Die Alternative zu Karrierewahn und Macht unter Kirchenführern

Dominikus: Im Herzen der Kirche brenne das missionarische Feuer!

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ROM, 3. Februar 2010 (ZENIT.org).- Karrierewahn und Machtbesessenheit sind für Hirten in der Kirche und für alle, die Kirche verantwortlich mitgestalten und regieren, eine Versuchung. Aber es gibt auch Alternativen. Der heilige Dominikus (* um 1170 in Caleruega bei Burgos (Altkastilien); † 6. August 1221 in Bologna), der Gründers des Predigerordens war so einer.

Über diesen mittelalterlichen innovativen Reformer und Ordensgründer sprach Papst Benedikt XVI. am heutigen Mittwoch während der traditionellen Generalaudienz in seiner Katechese. Vor den in der Audienzaula Pauls VI. versammelten 6000 Pilger und Besucher präsentierte er ach der Vorstellung des heiligen Franziskus am vergangenen Mittwoch heute einen fröhlichen Prediger mit missonarischen Feuer.


Nach seiner Priesterweihe sei der Heilige zum Kanoniker des Kapitels der Kathedrale seiner Heimatdiözese gewählt worden. Die Ernennung, die ihm in Kirche und Gesellschaft zu Prestige verhelfen hätte können, habe Dominikus nicht als ein privates Privileg ausgelegt, sondern als einen Dienst aufgefasst, der voll Hingebung und demütig zu leisten sei.

Benedikt XVI. ermahnte dazu, nicht Ansehen für sich selbst zu suchen, und wiederholte das, was er bereits anlässlich der http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/homilies/2009/documents/hf_ben-xvi_hom_20090912_ord-episcopale_ge.htmlWeihe von fünf Bischöfen (12.9.2009) erklärt hatte: „Wir wissen, wie die Dinge in der weltlichen Gesellschaft und nicht ganz selten auch in der Kirche darunter leiden, dass viele, denen Verantwortung übertragen ist, für sich selbst statt für das Ganze, für das Gemeinwohl arbeiten“.

Der heilige Dominikus habe immer „mit Gott und über Gott gesprochen“. Im Leben der Heiligen, so der Papst, „gehen die Liebe zum Herrn und zum Nächsten, die Suche nach der Herrlichkeit Gottes und des Seelenheils immer zusammen“.

Dominikus erinnere daran, dass im Herzen der Kirche immer das missionarische Feuer brennen müsse, das stets zu einer neuen Evangelisierung dränge.

Christus sei das kostbarste Gut der Menschen aller Zeiten; diese hätten das Recht, ihn kennen und lieben zu lernen. Für den Papst ist es tröstend, dass auch heute Priester und Gläubige, Mitglieder der neuen Bewegungen und der alten Orden ihr Leben freudvoll für das „höchste Ideal“ der Verkündigung und des Zeugnisses für das Evangelium aufwendeten.

Bei seinen Reisen durch Nordeuropa sei sich Dominikus der enormen Herausforderungen bewusst geworden, vor denen die Kirche seiner Zeit gestanden habe: die Existenz von noch nicht evangelisierten Völkern und die religiöse Zerrissenheit, die das Leben der Kirche in Südfrankreich durch die häretischen Bewegungen geschwächt habe.

Die Neuevangelisierung der Heiden Europas und die Wiederevangelisierung der christlichen Gemeinden seien so zu den apostolischen Zielen des Heiligen geworden. Seine geistlichen Kinder seien es dann gewesen, die auch die anderen Träume des Dominikus verwirklicht hätten: die „missio ad gentes“ und die Missionierung in den Städten, dabei vor allem in den Universitätsstädten, „wo die neuen intellektuellen Tendenzen eine Herausforderung für den Glauben der Gebildeten darstellten“.

Benedikt XVI. betonte dann die Notwendigkeit der Pflege der „kulturellen Dimension des Glaubens“, „damit die Schönheit der christlichen Wahrheit besser verstanden und der Glauben wirklich genährt, gestärkt und verteidigt werden kann“.

Der Papst forderte die Priester und Seminaristen auf, in diesem Priesterjahr den geistlichen Wert des Studiums zu schätzen, da die Qualität des Dienstes immer auch davon abhänge, dass man sich großherzig dem Studium der offenbarten Wahrheiten widmet. Die Entwicklung der Kultur mache es für die Amtsträger notwendig, gut vorbereitet zu sein. Dominikus rufe so in Erinnerung, dass die Theologie eine geistliche und pastorale Dimension besitze.