Die Auferstehung Jesu ist nicht eine Theorie

Benedikt XVI. verkündet vor rund 200.000 Gläubigen seine Osterbotschaft

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ROM, 12. April 2009 (ZENIT.org).- Vor den traditionellen Ostergrüßen in 63 Sprachen bekräftigte Papst Benedikt XVI. am heutigen Ostersonntag auf dem Petersplatz in Rom, dass die Auferstehung Jesu Christi „weder ein Mythos noch ein Traum“ sei, sondern das bedeutendste Ereignis der Geschichte.

„Jesus ist nicht etwa auferstanden, damit die Erinnerung an ihn im Herzen seiner Jünger lebendig bleibt, sondern damit er selbst in uns lebt und wir in ihm schon die Freude des ewigen Lebens erfahren können“, erklärte der Heilige Vater, der sich wie gewohnt vom Mittelbalkon des Petersdoms aus an die rund 200.000 physisch anwesenden Gläubigen und Pilger aus aller Welt sowie an all jene Menschen richtete, die über Fernsehen oder Radio mit ihm verbunden waren.
Ostern erlaube es dem Menschen, auf die rätselhafte und quälende Frage: „Was ist nach dem Tod?“ zu antworten, erklärte Papst Benedikt. Ostern zeige, „dass der Tod nicht das letzte Wort hat, denn schließlich ist es das Leben, das siegt“.

Die Auferstehung Jesu sei „nicht eine Theorie, sondern eine von dem Menschen Jesus Christus durch sein ‚Pascha‘, durch seinen ‚Übergang‘ offenbarte geschichtliche Realität – ein Übergang, der einen ‚neuen Weg‘ zwischen der Erde und dem Himmel eröffnet hat. Es ist weder ein Mythos noch ein Traum, es ist weder eine Vision noch eine Utopie, es ist kein Märchen, sondern ein einmaliges und unwiederholbares Ereignis: Jesus von Nazareth, der Sohn Marias, der am Freitag bei Sonnenuntergang vom Kreuz abgenommen und begraben worden ist, hat siegreich das Grab verlassen.“

Durch die Verkündigung der Auferstehung würden die „dunklen Zonen der Welt“ erleuchtet, womit Papst Benedikt XVI. vor allem den Materialismus und Nihilismus meinte, also „jene Weltanschauung, die nicht über das experimentell Feststellbare hinauszublicken vermag und sich trostlos in ein Gefühl des Nichts zurückzieht“.

Wenn Christus nicht auferstanden wäre, dann würde diese „Leere" tatsächlich „unweigerlich die Oberhand gewinnen“, gab Benedikt XVI. zu. „Wenn wir Christus und die Auferstehung ausblenden, gibt es für den Menschen kein Entrinnen, und jede Hoffnung bleibt eine Illusion.“ Durch die Auferstehung werde aber klar: „Nicht mehr das Nichts hüllt alles ein, sondern die liebende Gegenwart Gottes.“

Auch wenn es wahr sei, dass der Tod keine Macht mehr über den Menschen und die Welt habe, „bestehen doch noch viele, zu viele Zeichen seiner alten Herrschaft fort“, fuhr der Papst fort. Deshalb benötige Christus „Männer und Frauen, die ihm zu jeder Zeit und an jedem Ort helfen, seinen Sieg mit seinen eigenen Waffen zu behaupten: mit den Waffen der Gerechtigkeit und der Wahrheit, mit den Waffen der Barmherzigkeit, der Vergebung und der Liebe“.

Vor dem Segen Urbi et Orbi, der mit einem vollkommenen Ablass verbunden ist, richtete sich Papst Benedikt auch an seine Landsleute. Sie grüßte er mit den Worten: „Euch allen ein gesegnetes und frohes Osterfest! Der Friede und die Freude des auferstandenen Herrn sei mit euch!“