Die Beichte ist im Steigen begriffen

Laut einer Umfrage in England und Wales sei dies auf den Einfluss der beiden Päpste zurückzuführen

Rom, (ZENIT.org) | 405 klicks

Einer jüngsten telefonisch und per E-Mail durchgeführten Umfrage der „Catholic Bishops' Conference“ von England und Wales zufolge sei die Anzahl der Beichten deutlich gestiegen.

65 Prozent der 22 beteiligten Kathedralen berichteten von einer zahlenmäßigen Erhöhung der Beichtgespräche. Als Grund für diesen Wandel wurde eine Kombination der Auswirkungen des Papstbesuches von Benedikt XVI. und des Einflusses von Papst Franziskus genannt.

„In diesem Sommer war bei der Nachfrage ein deutlicher Unterschied im Vergleich zum vergangenen Sommer zu beobachten. Es kam zu einem Anstieg. Wir bieten im August gewöhnlich keine Beichten an, doch wir taten dies in diesem Jahr“, so der Kommentar eines Beteiligten an der Erhebung.

Ein anderer Befragter äußerte folgende Stellungnahme: „Ich beobachte ein größeres Interesse an der katholischen Kirche. Katholiken weckten in den Menschen ein vermehrtes Interesse an einem Übertritt zum Katholizismus.“

In einer schriftlichen Stellungnahme hieß es: „Zweifellos werden seit der Wahl von Papst Franziskus mehr überfällige Beichten abgenommen.“

Einer weiteren Antwort zufolge sei ein „Papst-Schwung“ bei den Sakramenten zu beobachten. „Die Wahl von Papst Franziskus hat viel Hoffnung und Begeisterung verbreitet. Ich denke auch, dass Papst Franziskus‘ Offenheit den Menschen gegenüber und sein großer Einfluss nach einer so kurzen Amtszeit sehr vertrauensfördernd sind. Ferner zeigen sich die Demut und der Glaube des emeritierten Papstes Benedikt, dessen Großbritannienbesuch tiefgreifende Auswirkungen hatte und ein großer Erfolg war.“  

Einige der Befragten stellten eine Rückkehr zur Beichte jener fest, die dem Sakrament seit längerer Zeit fern geblieben waren. In manchen Fällen waren Menschen 20 oder 30 Jahre nicht mehr zur Beichte gegangen.

Auch unter den jüngeren Erwachsener lässt sich eine verstärkte Hinwendung zur Beichte erkennen. Ebenso erfuhr die Anzahl der Teilnehmer an den Gottesdiensten ein Wachstum.  

In der „Westminster Cathedral“ werden Beichten in einem Ausmaß von 45 Stunden pro Woche angeboten. Dies erweist sich jedoch als unzureichend für die Bedarfsdeckung. Momente der Volksverehrung wie der erste Freitag ziehen ebenso mehr Menschen an.

Werbemaßnahmen in Pubs

Am 10. September hat der Bischof von Lancaster Michael Campbell eine Stellungnahme zur Erfahrung seiner Diözese bei der Förderung der Beichte während der Advents- und Fastenzeit abgegeben.

Im Rahmen der Aktion „Light is ON for YOU“ (Licht brennt für dich) waren an einem Mittwochabend sämtliche Pfarrkirchen eine Stunde lang für Beichten geöffnet.

Teil der Initiative war auch eine weitreichende Förderung der Verfügbarkeit von Beichten in Einkaufszentren und Pubs.

Viele Priester berichteten von einer beträchtlichen Zahl von Menschen, die nach vielen Jahren der Abwesenheit ihren Weg zurück zur Beichte fanden.