Die Bekehrung zum Christentum, Akt wahrer Befreiung und Werk der Liebe

Kardinäle Arinze und Dias über die „Lehrmäßige Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung“

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ROM, 14. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Kardinal Francis Arinze, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, und Kardinal Ivan Dias, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, präsentierten am Freitagvormittag die Note der Glaubenskongregation zu einigen Aspekten der Evangelisierung im Kontext der Situation in Afrika und Asien.



Kardinal Arinze konzentrierte sich auf einige Bemerkungen zur Situation der Evangelisierung in Schwarzafrika, wo „die traditionelle afrikanische Religion über Jahrhunderte hinweg den vorherrschenden religiösen und kulturellen Kontext darstellte“. Aus dieser Umgebung ist nach seinen Worten in den letzten 200 Jahren der Großteil der Bekehrungen zum Christentum hervorgegangen.

Für Kardinal Arinze ist die Evangelisierung, „das gemeinsame Teilen unseres katholischen Glaubens mit denjenigen, die Christus noch nicht kennen“ – ein Werk der Liebe. Erforderlich sei es, dass dieses Werk in voller Achtung der menschlichen Würde und Freiheit verwirklicht wird: „Wenn sich ein Christ nicht bemühte, das Evangelium zu verbreiten und die vollkommene Kenntnis Jesu Christi mit den anderen zu teilen, so könnten wir denken, dass dieser Christ nicht voll von seinem Glauben überzeugt ist oder dass er aufgrund von Egoismus und Faulheit nicht die Absicht hat, mit seinem Nächsten die reichen Heilsmittel zu teilen.“ Die Bekehrung zum Christentum „ist richtig als eine Befreiung gesehen“, bekräftigte Arinze zum Schluss seiner Ausführungen.

Kardinal Dias kommentierte die Note mit Blick auf Asien. Er hob hervor, dass die Evangelisierung in einem Kontext des religiösen Pluralismus für die Kirche keine Neuheit darstelle. Es sei jedoch offensichtlich, dass die Evangelisierung in den modernen Zeiten eine besondere Herausforderung darstellt. Dies sei bedingt durch die Tatsache, dass man in einem Zeitalter lebe, in dem die Menschen verschiedener Religionen aufeinander treffen und interagieren, was heute öfter der Fall sei als in allen anderen Epochen der Geschichte der Menschheit.

Angesichts der Vielzahl der religiösen Traditionen auf dem asiatischen Kontinent sei es Aufgabe der Christen, das Wirken des Heiligen Geistes zu entdecken, das heißt „die Samen der Wahrheit, wie dies das Zweite Vatikanische Konzil nennen wollte“. Die Christen müssten die Menschen zur vollen Kenntnis der Wahrheit in Jesus Christus führen, ohne jeglichen „Überlegenheitskomplex“.

Der interreligiöse Dialog spiele bei der Evangelisierung eine wesentliche Rolle, fuhr der Kardinal fort. „Die anderen Religionen bilden eine positive Herausforderung für die Kirche: Sie regen dazu an, sowohl die Zeichen der Gegenwart Christi und des Wirkens des Heiligen Geistes zu entdecken, als auch die eigene Identität zu vertiefen und die Unversehrtheit der Offenbarung zu bezeugen.“