Die Bewegungen im Dienst an der Familie

Expertenrunde beim Theologenkongress des V. Weltfamilientreffens

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VALENCIA, 6. Juli 2006 (ZENIT.org).- Im Rahmen des internationalen Theologen- und Pastoralkongresses, der im Rahmen des Treffens von Familien aus aller Welt in diesen Tagen in der spanischen Stadt Valencia stattfindet, haben Vertreter der geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen die Notwendigkeit konkreter Hilfestellungen für Familien und Ehepaare aufgezeigt.



In einer Expertenrunde, bei der Kardinal Franc Rodé (70), Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens, den Vorsitz führte, wurden konkrete Ratschläge gegeben, die zum Gelingen einer Ehe beitragen können.

Julián Carrón, Vorsitzender des Leitungsrats der Gemeinschaft Comunione e Liberazione ("Gemeinschaft und Befreiung"), betonte, dass man heute "nicht mehr davon ausgehen könne, dass jene, die eine Ehe schließen, auch die nötige Reife mitbringen". Die Krise der Familie, so Carron, sei "Konsequenz der anthropologischen Krise, in der wir uns befinden". Der Priester wies darauf hin, dass die Qualität des Ehebunds immer vom zugrunde liegenden Menschenbild abhänge. Fehle das Bewusstsein für ein konkretes Ziel im Leben, dann "wird die Beziehung auf einer Lüge aufgebaut", mahnte er.

Luis Fernando Figari, Gründer von "Sodalitium Christianae Vitae", stellte seine geistliche Familie, die 1985 in Peru entstand, vor. Ihr Ziel ist die Unterstützung und Förderung der Familie. Zur dieser Bewegung gehören heute Tausende von Familien in vier Kontinenten.

Zu seinem 5-Punkte-Programm für ein fruchtbares Familienleben gehören: persönliche Heiligkeit; Zusammenwachsen als Paar; erziehende Liebe für die Kinder; Weiheversprechen der Treue zueinander. Alle Getauften bildeten eine große Familie, die Kirche, und seien dazu berufen, diese zu lieben und ausgehend von ihrer eigenen Familie, einem "Heim der Liebe", mit ihr mitzufühlen.

José Gabaldón, Leiter des spanischen Familienforums ("Foro Español de la Familia"), stellte ebenfalls seine Vereinigung vor, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Familie im öffentlichen und politischen Leben zu vertreten und durch entsprechende Veranstaltungen zu stärken.

Francisco und Geraldine Padilla, Vertreter der Bewegung "Couples for Christ" aus den Philippinen, berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen seit der Gründung im Jahr 1981. Ihre Bewegung zählt heute rund eine Million von aktiven Mitgliedern in 153 Ländern. Sie widmen sich der Evangelisation und der Mission, weil sie "Familien im Heiligen Geist sein wollen, Gottes Werkzeuge im Dienst der Erneuerung des Angesichts dieser Erde".

Gérard und Marie-Christine de Roberty, die internationalen Verantwortlichen der "Equipes de Notre Dames", erklärten, dass ihrer Einrichtung, die Ehepaare zu einer größeren Gemeinschaft zusammenführt, gegenwärtig mehr als 60.000 christliche Eheleute in 71 Ländern angehören. Sie wollen "Schulen der Gemeinschaft" bilden, in der man einander begleitet, um immer mehr "in Wahrhaftigkeit zu leben und in der Liebe zu Christus zu wachsen".

Das Ehepaar Roberty erinnerte die Zuhörer daran, dass ein auf sich allein gestelltes Ehepaar in Gefahr sei, auseinander zu brechen. "Es braucht eine Gruppe von Paaren, um voranzukommen, um zu helfen, etwas miteinander aufzubauen und in der Liebe zum anderen und zu Christus zu wachsen".