Die Beziehung zwischen den Eheleuten als Schlüssel für eine „erfolgreiche“ Erziehung

Impuls zur Aktion „Nazaret-Gebet“ 2007 der Wiener Berufungspastoral

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WIEN, 20. Juni 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen einen Impuls zur Erziehung der eigenen Kinder. Die Texte sind dem Rundbrief „Familie – Weg der Kirche“ (02-03/2001 bzw. 01/2003) des Familienreferats der Erzdiözese Salzburg entnommen und wollen vor allem jene Eltern inspirieren, die im Rahmen der Initiative Nazaret-Gebet 2007 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.



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Atmosphäre

Wie erleben die Kinder ihre Eltern? Sind sie zärtlich zueinander? Wie reden sie miteinander? Sind sie als Einheit erlebbar, oder gibt es ständig Spannungen oder gar Konkurrenzkämpfe?

Können die Kinder nach einem Streit wieder Versöhnung erleben, oder bleibt die „dicke Luft“? Ist der Vater ein Liebhaber seiner Frau, oder ist eher seine Härte spürbar? Treten die Eltern den Kindern gegenüber als Einheit auf, oder untergraben sie dauernd ihre Autorität, indem getroffene Entscheidungen vom anderen relativiert werden usw.?

Dieser Gleichklang kann nur hergestellt werden, wenn Eltern miteinander immer wieder offen auch über Details der Erziehung sprechen (Was sind meine/ deine Grundhaltungen und Werte? Was wollen wir ihnen vermitteln? Wo ziehen wir Grenzen?)

Die Beziehung von Mann und Frau zueinander ist somit wirklich ein „Schlüssel“ für „erfolgreiche“ Erziehung. Nur so wird ein Haus auch zum Heim, in dem man sich wohl fühlt und gerne wieder zurückkehrt.

Was ist also wichtig für das Gelingen?

Ein erster wichtiger Punkt ist die Atmosphäre, die bei uns zu Hause herrscht. Ob wir wollen oder nicht: Wir sind für die Kinder Vorbilder. Sie orientieren sich an uns, sind scharfe Beobachter und ahmen uns nach.

Sie erleben, wie die Eltern miteinander umgehen, ob sie zärtlich zueinander sind, wie sie miteinander sprechen. Sie spüren, ob sie eine Einheit sind, oder ob es ständig Spannungen und Konkurrenzkämpfe gibt. Wenn gestritten wurde – was vorkommt –, ist es wichtig, dass Kinder auch die Versöhnung erleben können.

Wir prägen den Stil

Für die Atmosphäre ist es auch wichtig, dass wir zu Hause unseren Stil prägen. Die Eltern tragen Verantwortung für ihre Lebenskultur und die Einhaltung der Regeln. Das ist wichtig bei Diskussionen.

Manchmal hört man: „Bei Maiers dürfen sie das und das.“ Dann kann man in Ruhe antworten: „Aber bei uns ist das so.“ Oder etwas härter: „Du kannst ja zu Maiers gehen.“

Voraussetzung ist, dass sich die Eltern klar geworden sind: Welche Werte sind uns wichtig? Was wollen wir den Kindern vermitteln?

Zur Atmosphäre gehört auch: Selbst wenn es kracht, steht die Beziehung nicht in Frage. Wir erwarten kein „Wohlverhalten“ als Bedingung für unsere Liebe. Man könnte etwa formulieren: „Das, was Du getan hast, ist nicht in Ordnung. Aber wir mögen Dich – als Person – trotzdem.“

Wo sonst sollen sie lernen, sich zu behaupten, durchzusetzen, ihren Willen zu artikulieren, wenn nicht im geschützten Raum der Familie?