Die Bohnenranke ins Reich der Riesen

Filmrezension: Jack and the Giants

Berlin, (ZENIT.orgtextezumfilm) Dr. José García | 816 klicks

Bryan Singers „Jack and the Giants“ basiert auf dem englischen Märchen „Hans und die Bohnenranke“ („Jack and the Beanstalk“), das mehrfach als Zeichentrickfilm verfilmt wurde. Singer, der bereits mit „X-Men“ (2000), „X-Men 2“ (2003) und „Superman Returns“ (2006) mehrere Comics für die große Leinwand adaptierte, gestaltet seinen Film jedoch als Realverfilmung mit computergenerierten Effekten im Stil einer Comic-Adaption, die er allerdings mit der epischen Breite der „Herr der Ringe“-Verfilmungen verknüpft.

Der Bauernjunge Jack (Nicholas Hoult) verkauft auf dem Markt einem plötzlich aufgetauchten Mönch ein Pferd, bekommt aber als Zahlung lediglich einen Beutel mit angeblichen Zauberbohnen, die unter keinen Umständen nass werden dürfen. Als in der Nacht die verkleidete Prinzessin Isabelle (Eleanor Tomlinson) in Jacks Hütte erscheint, die in der Hoffnung auf ein Leben voller Abenteuer aus dem Palast geflohen ist, passiert genau das: In einem fürchterlichen Gewitter wird eine Bohne nass. Daraus wächst eine riesige Bohnenranke, die Isabelle in die Höhe reißt. König Brahmwell (Ian McShane) stellt eine Truppe zusammen, die auf der Suche nach der Prinzessin die riesige Bohnenranke erklimmen soll. Dazu gehören nicht nur die Leibwächter Elmont (Ewan McGregor) und Crawe (Eddie Marsan), sondern auch Isabelles Verlobter Rodrick (Stanley Tucci), der jedoch eigene Pläne verfolgt. Jack gelingt es, mitgenommen zu werden. Die Bohnenranke führt ins Land der Riesen, die vor Jahrhunderten aus unserer Welt verbannt wurden, nun aber das neu geöffnete Tor nutzen wollen, um die Erde zu erobern.

Obwohl die mittels Motion-Capture animierten Riesen bis auf den General (Bill Nighy) kaum erkennbare Züge und deshalb habfertig wirken, überzeugen die Spezialeffekte und die Actionsequenzen des Filmes. Zwar besitzt „Jack and the Giants“ nicht annähernd die Tiefgründigkeit der „Herr der Ringe“-Verfilmungen. Zwar wechselt Singers Film ständig seinen Ton von kindgerechtem Märchen zum actionsgeladenen, teils grausamen Fantasy-Spektakel. „Jack and the Giants“ gelingt es jedoch, eine fantasievolle Geschichte mit einem Schuss Romantik sowie mit trockenem britischem Humor dank auch der hervorragenden Schauspieler spannend und geradlinig in Szene zu setzen.