Die Bücher von Benedikt XVI. rütteln den Glauben auf

Papst Franziskus übergibt Ratzinger-Preis

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 307 klicks

Die Bücher über Jesus, die Benedikt XVI. geschrieben habe, hätten vielen Menschen die Möglichkeit gegeben, ihren Glauben zu entdecken oder zu bestärken. Überdies hätten sie eine neue Ära des Studiums des Evangeliums eingeleitet. So die Worte von Papst Franziskus bei der dritten Verleihung des 2011 ins Leben gerufenen Preises der „Vatikanstiftung Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“.

Der Pontifex fuhr fort, die Bücher hätten vielen Menschen Gutes getan, ob es sich dabei um Gelehrte oder einfache Menschen handle, nah oder fern von Christus. Es handle sich um die drei zwischen 2007 und 2012 erschienene Bücher über Jesus von Nazareth, die das theologische Wissen Benedikt XVI. widerspiegelten und noch vor intellektuellen Aspekten Ergebnis intensiven Gebets seien, so Papst Franziskus. Er nahm die Prämierung der beiden Theologen Richard Burridge und Christian Schaller zum Anlass, Benedikt XVI. öffentlich anzuerkennen und zu feiern, und nutzte den Anlass, über die Trilogie der Bücher aus ganz persönlicher Sicht zu reflektieren.

„Natürlich hat sich Papst Benedikt das Problem der Lehre gestellt, aber auch in diesem Fall, wie immer, hat er auf die Stimme des Herrn in seinem erleuchteten Wissen gehört. Mit diesen Büchern hat er keine Lehre im engsten Sinn geschaffen, und er hat auch keine akademische Studie erstellt. Er hat der Kirche und den Menschen ein Geschenk dessen gemacht, was ihm am Kostbarsten ist: Sein Wissen über Jesus, Ergebnis vieler Jahre des Studiums, des theologischen Vergleichs und des Gebets – denn Benedikt XVI. machte Theologie auf den Knien, und wir wissen das alle – und das hat er in eine Form gebracht, die so zugänglich ist, wie möglich.“

Niemand könne genau absehen, wie viel Gutes er mit diesem Geschenk getan habe, allein der Herr wisse dies. Papst Franziskus fügte hinzu:

„Wir alle haben eine gewisse Wahrnehmung; wir haben von vielen Menschen gehört, die Dank Büchern über Jesus von Nazareth ihren Glauben genährt haben, ihn vertieft haben oder sich sogar zum ersten Mal Christus daraufhin genähert haben, indem sie die Bedürfnisse der Vernunft mit der Suche nach dem Antlitz Gottes vereint haben.“

Und nicht nur das Herz sei von der Suche und der Wiederentdeckung Jesu in den Worten des emeritierten Papstes berührt worden, auch der Geist vieler Forscher sei erneut „angekurbelt“ worden.

„Das Werk Benedikt XVI. hat eine neue Epoche der Forschung zu den Evangelien zwischen Geschichte und Christologie eingeleitet, und auf diesem Gebiet ist auch euer Symposium angesiedelt, zu dem ich den Organisatoren und den Vortragenden gratuliere.“

Den Preisträgern gratulierte Papst Franziskus auch im Namen von Benedikt XVI., den er vor vier Tagen getroffen habe. Er richtete ihnen seinen Gruß aus mit den Worten: „Möge der Herr euch und eure Arbeit im Dienste eines neuen Reiches segnen.“