Die christliche Freiheit beruht auf dem Wort Gottes

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 379 klicks

In der Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta unterstrich Papst Franziskus, ein Christ müsse immer bereit sein, die Neuheit des Evangeliums aufzunehmen und für die „Überraschungen Gottes“ bereit sein. Um die Worte Gottes empfangen zu können, müsse der Christ eine fügsame Haltung einnehmen. Das Wort Gottes sei lebendig und sage das, was es wolle, und nicht das, was man gerne hören würde. Es sei ein freies Wort.

„Das Evangelium ist eine Neuigkeit. Die Offenbarung ist eine Neuigkeit. Unser Gott ist ein Gott, der immer neue Dinge tut und unsere Fügsamkeit gegenüber der Neuheit fordert. Im Evangelium ist Jesus diesbezüglich klar: neuer Wein in neue Weinschläuche. Den Wein bringt Gott mit, aber er muss mit dieser Offenheit gegenüber der Neuheit angenommen werden. Und das nennt man Fügsamkeit. Wir können uns fragen: Bin ich dem Wort Gottes gegenüber fügsam, oder mache ich immer das, was ich für richtig halte oder von dem ich glaube, dass es das Wort Gottes ist? Oder unterwerfe ich das Wort Gottes einem Destillierkolben, und am Ende ist es etwas anderes als das, was Gott machen will?“

Wer sich so verhalte, werde zu „einem Stofffetzen auf einem alten Kleidungsstück“. Sich dem Wort Gottes anzupassen, habe etwas mit einem asketischen Verhalten zu tun.

„Wenn ich Elektrizität von Stromquelle nehmen möchte und wenn der Apparat, den ich habe, nicht funktioniert, suche ich einen Adapter. Wir müssen immer versuchen, uns anzupassen, uns der Neuheit des Wortes Gottes anpassen, offen sein. Der von Gott ausgewählte Saul hatte vergessen, dass Gott eine Überraschung und eine Neuheit ist. Er hatte es vergessen, hatte sich in seine Gedanken eingeschlossen, in seine Schemata, und so dachte er auf menschliche Weise.“

Gott sei kein Gott der Gewohnheiten. Sich seinem Wort nicht unterzuordnen, sei eine Sünde; nicht das zu tun, was Gott wünsche, sei die Sünde der Götzenanbetung. Papst Franziskus erklärte im Folgenden, was die christliche Freiheit sei, was christlicher Gehorsam sei.

„Die christliche Freiheit und der christliche Gehorsam bedeuten Fügsamkeit gegenüber dem Wort Gottes und den Mut zu haben, zu neuen Weinschläuchen zu werden, für den neuen Wein, der kontinuierlich fließt. Den Mut, immer wieder zu erkennen: erkennen, sage ich, nicht relativieren. Immer zu erkennen, was der Geist in meinem Herzen bewirkt, was der Geist in meinem Herzen von mir möchte, wohin mich der Geist in meinem Herzen lenkt. Und gehorsam sein. Erkennen und gehorchen. Bitten wir heute um die Gnade der Fügsamkeit gegenüber dem Wort Gottes, diesem Wort gegenüber, das lebendig und wirksam ist, das die Gefühle und Gedanken im Herzen erkennt.“