Die christliche Liebe ist konkret und großzügig

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 394 klicks

Christliche Liebe zeichne sich dadurch aus, dass sie konkret sei. Dies bedeute, dass es sich um eine Liebe handle, die mehr in Taten als in Worten und im Geben und nicht im Nehmen sichtbar werde. So die Worte von Papst Franziskus in der heutigen Predigt während der Messe in Santa Marta. Der Pontifex ließ sich in seinen Überlegungen vom ersten Johannesbrief (4,11-18) inspirieren, wo es heißt: „Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet.“ Darin liege die Glaubenserfahrung begründet.

„Wir in Gott und Gott in uns: Das ist das christliche Leben. Nicht in dem Geist der Welt bleiben, nicht in der Oberflächlichkeit, nicht in der Götzenanbetung, nicht in der Eitelkeit. Nein, nein: im Herrn bleiben. Und er gibt das zurück: Er bleibt in uns. In erster Linie bleibt er in uns. Oft stoßen wir ihn fort und können so nicht mehr in ihm bleiben. Es ist der Geist, der bleibt.“

Jedoch sei das Bleiben in Gott keine Ekstase des Herzens, allein ein schönes Gefühl.

„Die Liebe, von der Johannes spricht, ist nicht die Liebe wie in den Fernsehserien! Nein, sie ist etwas anderes. Die christliche Liebe hat immer eine Eigenschaft: Sie ist konkret. Auch Jesus spricht von konkreten Dingen, wenn er von der Liebe spricht: den Hungrigen etwas zu Essen geben, die Kranken besuchen und andere viele konkrete Dinge. Die Liebe ist konkret. Das christlich Konkrete. Und wenn es dieses Konkrete nicht gibt, kann man nur ein Christentum der Illusionen leben, weil man die Botschaft Jesu nicht richtig versteht. Dort schafft es die Liebe nicht, konkret zu werden: Es ist eine Liebe der Illusionen, wie die Illusionen, die die Jünger hatten, als sie Jesus anschauten und dachten, er wäre ein Gespenst.“

Papst Franziskus erklärte die Reaktion der Jünger im heutigen Evangelium (Mk 6,45-52) damit, dass sie ein „hartes Herz“ hatten, mit dem sie nicht lieben konnten. Die konkrete Liebe eines Christen basiere auf zwei Kriterien.

„Erstes Kriterium: mit Taten lieben, nicht mit Worten. Worte trägt der Wind fort! Heute sind sie da, morgen nicht. Das zweite Kriterium ist: In der Liebe ist es wichtiger zu geben als zu bekommen. Wer liebt gibt, gibt… Er gibt Dinge, Leben, sich selbst Gott und den anderen. Wer hingegen nicht liebt, wer egoistisch ist, der versucht immer, etwas zu bekommen, versucht immer, etwas zu haben, Vorteile zu haben. Mit einem offenen Herzen leben, nicht wie die Jünger, dessen Herz verschlossen war, die nichts verstanden: in Gott bleiben, und Gott bleibt in uns; in der Liebe bleiben.“