Die Christusdarsteller von Oberammergau

„Nach diesem Jahr werde ich ein anderer sein"

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OBERAMMERGAU, MÜNCHEN, 3. Mai 2010 (ZENIT.org).- Bereits an diesem Mittwoch können Fernsehzuschauer mit einem Film über die Christusdarsteller einen Vorgeschmack auf die anstehenden Passionsspiele von Oberammergau bekommen, die am Samstag, den 15. Mai, mit der Premiere beginnen. Unter dem Titel „Servus Jesus" zeigt der katholische Filmemacher Max Kronawitter, wie sich die Rolle als Jesus jeweils auf das Leben der Darsteller auswirkt. Die Erstaustrahlung beginnt am Mittwoch um 19 Uhr im Bayerischen Fernsehen.

Oberammergau-Jesus Frederik Mayet ist im wirklichen Leben gelernter Psychologe und Pressesprecher am Theater. Er und sein Laiendarsteller-Kollege Andreas Richter, 33-jähriger frischgebackener Vater, müssen in diesem Jahr fast täglich 20 Minuten am Kreuz hängen, zwar nicht angenagelt, aber doch geistig-mental tief in das Passionsgeschehen vor rund 2.000 Jahren versunken. „Das ist nicht nur eine Rolle", sagt Richter und berichtet, dass er im Dorf plötzlich mit ganz anderen Augen betrachtet werde. Spielleiter Christian Stückl erwartet, dass sie sich so intensiv wie möglich in ihre Rolle einfühlen.

„Die Geißelung und die Brutalität geht an die Nieren", bekennt Frederik Mayet. Wichtig ist für ihn, nach den Proben über das auf der Bühne Erlebte reden zu können. „Nach diesem Jahr werde ich ein anderer sein", ist sich der andere Jesus-Darsteller Andreas Richter sicher. Sein erstes Stück Weg ist Filmemacher Max Kronawitter mit ihm gegangen.

Mehr als ein Jahr lang hat er die beiden Oberammergauer bei ihrer Vorbereitung auf die Passionsspiele begleitet. Die Kamera hält die Spannung bei der Spielerverkündigung genau so fest, wie die ersten Interviews der neuernannten Christusdarsteller und die aufmunternden Worte durch den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU). Die Dokumentation ist ein Blick hinter die Kulissen des größten Laienschauspiels der Welt, an dem 2.500 Menschen mitwirken. (mk)