Die Ehe als Brennpunkt zur Ausbreitung des Christentums

Impuls zur Nazaret-Aktion der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien

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ROM, 19. August 2009 (ZENIT.org).- Die Urchristen überzeugten ihre Mitmenschen aufgrund der aufrichtigen Liebe, die sie vorlebten. Auch heute können christliche Familien solche Feuerherde der Liebe sein, die andere mitreißen. Die folgenden Gedanken, die einer Betrachtung der Schönstatt-Bewegung zur Initiative Nazaret-Gebet 2009 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien entnommen sind, möchten Ehepaare zu einem entsprechenden Engagement ermutigen. Sie wollen insbesondere jene Eltern inspirieren, die im Rahmen der Nazaret-Gebet-Initiative täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.

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„Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins.“ (Mk 10,7f)

Betrachtung
Bisher – so schien es jedenfalls – war der Weg der Heiligkeit der Weg jungfräulicher Menschen. Aber wir haben Grund genug anzunehmen, dass der liebe Gott in der kommenden Zeit die Kirche vermehrt mit heiligen Familien segnen möchte. Als Ehepaar heilig werden und aufgrund göttlicher Erwählung ein „ausgezeichneter Fall“ sein! Und davon soll in den kommenden Wochen die Rede sein.

Damals ...
Am Anfang war das Christentum insgesamt ein ausgezeichneter Fall, eine auserwählte kleine Schar. Das Christentum hat nicht alle Menschen aufgenommen. Es hat eine strenge Auswahl getroffen. Manche Menschen konnten wegen ihres Berufes nicht Christen werden, zum Beispiel die Schauspieler. Die mussten den Beruf wechseln, weil man als Schauspieler damals nicht christlich leben konnte.

Und es gab eine lange Probezeit, bis man aufgenommen wurde. Das heißt, die Christen waren eine Auslese. Deswegen haben sie überzeugt. Das waren Menschen, die lieben konnten. Und wenn Heiden in die christlichen Häuser kamen, dann waren sie berührt von der Atmosphäre der Liebe. In ihnen erwachte der Wunsch, auch so zu werden. So ist das Christentum gewachsen. Die ersten ausgezeichneten Fälle waren Familien.

… und heute:
Heute stehen wir wieder vor der Frage: Wie kann das Christentum wachsen? Pater Josef Kentenich, der Gründer der Schönstattbewegung, ist überzeugt: Der Weg geht wieder über die Familien. Wir schaffen eine heilige Gemeinschaft von Familien, wo die alltäglichen Lebensvorgänge mit Gott verbunden werden; wo andere eintauchen und diese Atmosphäre in sich aufnehmen können.

Durchlässig für Gott!
Gott scheint durch in der Art, wie wir miteinander umgehen, weil wir wissen: Gott wohnt durch das Sakrament der Ehe in unserer Mitte; Gott wohnt im Herzen unseres Ehepartners. Gott scheint durch in unseren Gesprächen, in unserer Zärtlichkeit, in unserer ehelichen Begegnung. Gott scheint durch in unseren Bräuchen, in unserem gemeinsamen Beten, in unseren Festen. Es entsteht eine Atmosphäre, in der man im Menschlichen Gott berühren kann. Wir haben die Gottesmutter im Haus, im Hausheiligtum bei uns. Sie hilft uns, unser Haus so zu gestalten, wie das Haus in Nazaret gewesen ist.

Die Freude aneinander, die Heiterkeit im Umgang miteinander, die Herzlichkeit, die Natürlichkeit – sie zeigen, wie das ist, wenn Gott im Menschen lebt. Und Pater Kentenich stellt sich vor, dass die Menschen, die zu uns kommen, Gott finden in möglichst vielen alltäglichen Lebensvorgängen.

Gebet
Guter Gott, du hast deinen Sohn in eine Familie gestellt. Dort ist er 30 Jahre in einer Atmosphäre aufgewachsen, wo der Himmel die Erde berührt hat.
Herr, wir bitten dich: Lasse auch in unserer Ehe, in unserer Familie diese Atmosphäre der Heiligkeit wachsen. Stärke unser Bewusstsein: Dein Sohn lebt auch in unserer Familie durch das Sakrament der Ehe.

Leitgedanke für die Woche
Gott wohnt im Sakrament der Ehe mitten unter uns – und gemeinsam bemühen wir uns um eine Atmosphäre, die Gott erfahrbar macht.

(nach: „Als Ehepaar heilig werden“, Tilmann Beller)