Die Ehe feuerfest machen - Fragen und Antworten zum US-Kinofilm „Fireproof“

Interview mit Regisseur Alex Kendrick

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ALBANY, 23. Oktober 2008 (ZENIT.org).- „Mutproben aus Liebe“ zur Rettung der Ehe seien genau das, was in den USA (und auch anderen Ländern der Welt), wo die Ehe unter Beschuss stehe und umdefiniert werde, wirklich Not tue, bekräftigt Regisseur Alex Kendrick, der seinen letzten Film nur mit Freiwilligen und ohne jede Gage gedreht hat. Bisher hat er bereits mehr als sieben Millionen Dollar eingespielt.



Fireproof erzählt von einem Feuerwehrhauptmann, der daran arbeitet, seine Ehe zu retten. Der Film kam am letzten September-Wochenende in die US-Kinos. Die Produktionskosten beliefen sich auf 500.000 Dollar.

In den Augen des Regisseurs ist der Film schlicht und einfach ein Versuch, etwas zu verteidigen, was Gott geschaffen hat. Gegenüber ZENIT ging Kendrick näher auf sein Werk ein und sprach über Beziehungen und die Rettung der Ehen.

ZENIT: Was erhoffen Sie sich mit „Fireproof“ für Ehe und Gesellschaft?

Kendrick: Die Ehe wird in unserem Land angegriffen, verwässert und umdefiniert. Unsere Hoffnung ist es, dass dieser Film die Aufmerksamkeit auf die Ehrerbietung lenken wird, die der Ehe erwiesen werden sollte, und dass er die Menschen daran erinnern wird, dass die Ehe etwas ist, wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Die Ehe ist ein Stützpfeiler unserer Kultur und Zivilisation. Wenn sie zerbricht, dann zerfallen die Familien und Gemeinschaften. Gott hat einen besonderen Plan für die Ehe, und wir wollen diesen Plan wieder zurück auf den ihm bestimmten Platz erheben.

ZENIT: Können Sie den doppelten Sinn, der hinter dem Filmtitel steckt, erläutern?


Kendrick: „Feuerfest“ bedeutet nicht, dass nie ein Feuer ausbrechen wird, sondern dass man ihm, wenn es ausbricht, Widerstand leisten kann.

Jede Ehe hat mit Feuerausbrüchen irgendeiner Art zu tun, und die einzige Form, ihnen Widerstand zu leisten, besteht darin, die wahre Bedeutung von Liebe und Hingabe zu verstehen. Es handelt sich dabei mehr um eine Entscheidung als um ein Gefühl.

ZENIT: Erhoffen sie sich, dass der Film auch eine größere kulturelle Reichweite haben wird, dass er zum Beispiel Menschen erreicht und anrührt, die mit Süchten wie etwa der Pornografie zu kämpfen haben?

Kendrick: Ganz sicher! Die Grundsätze in „Fireproof“ gelten nicht nur für Eheleute. Die Entscheidungen, um die es bei Themen wie Pornographiesucht geht, gehen jeden etwas an. Man muss nicht verheiratet sein, um den Film zu genießen und aus ihm Nutzen zu ziehen.

ZENIT: Nach einer neueren statistischen Erhebung sind 75 Prozent der christlichen Männer pornographiesüchtig, und ich weiß, dass sich Männergruppen und Apostolatsbewegungen dieses Problems annehmen. Warum ist Ihrer Meinung nach diese Sucht dabei, sich zu einem so großen Problem gerade auch für Christen auszuwachsen?

Kendrick: Das Internet war und ist ein wunderbares Mittel dafür, Informationen sehr schnell zu verbreiten. Die Kehrseite jedoch ist, dass Material wie Pornographie privat ins eigene Haus kommen kann ohne jegliche Rechenschaftspflicht oder Haftung. Es ist so leicht zugänglich geworden, dass mehr und mehr Männer damit zu kämpfen haben.

Jeder von uns ist auch für andere mitverantwortlich, und wir müssen den Zugang zu Dingen versperren, die zu Stolpersteinen werden. Wenn ein Mann mit seinem privaten Zugang zu Pornographie zu kämpfen hat, dann wäre es besser, er würde seinen Computer wegwerfen als ihm erlauben, seinen Weg mit Gott und seine Ehe zu entwürdigen.

ZENIT: In Ihrem Film wird die Hauptperson dazu ermutigt, Ratschläge aus dem Buch Love Dare zu befolgen. Dieses Buch beschreibt, wie er seine Ehe retten kann. „Love Dare“ ist bereits ein Bestseller. Wurde es speziell für den Film geschrieben, oder war es bereits im Umlauf?

Kendrick: Die Form und die Idee für „Love Dare“ entstanden als Teil der Handlung des Films. Da wir jedoch überzeugt waren, dass diese Idee vom Herrn eingegeben war, verbrachten wir Monate damit, die Heilige Schrift zu durchforsten und das Buch zu schreiben. Es war das Härteste, was wir je geschrieben haben, aber auch eines jener Dinge, die das Leben besonders verändern.

ZENIT: Dieser Film leistet ähnlich wie die „Passion“ einen wirklichen ökumenischen Beitrag für das Aufeinanderzugehen der Christen, indem er das Wort der Bibel „rüberbringt“. Können Sie etwas zu der Wirkung sowohl auf Katholiken als auch auf Protestanten sagen?

Kendrick: Wir alle stimmen darin überein, dass die Ehe für unsere Familien und für unsere Kultur lebenswichtig ist. Sie ist ein Entwurf Gottes und muss in Ehren gehalten werden. Sie ist ein wunderschönes Bild Christi und der Kirche, für die er gestorben ist. Wir können nicht dasitzen und es zulassen, dass die Welt das, was Gott heilig ist, entwürdigt und angreift.

Die Zusammenarbeit ist ein Segen. Es geht darum, ein Banner hoch aufzurichten und zu zeigen, was die Ehe sein könnte – auch bei Ehepartnern, die zu kämpfen haben. Das erfordert Geduld und Güte sowie Bereitschaft zu vergeben. Wenn wir lernen, dass bedingungslose Liebe uns zuerst von Gott erwiesen worden ist und dass wir einander genauso lieben sollten, kann das unser Leben und unsere Ehen verwandeln.

Dieses Projekt war sehr wirkungsvoll, weil wir uns alle zusammen eingesetzt haben, und weil wir beten, dass Gott die Ehre gegeben wird und dass unsere Nation sich bekehrt.

ZENIT: Was für ein Feedback haben Sie bisher erhalten?

Kendrick: Es ist überwältigend! Wir haben schon von Ehepaaren gehört, die ihren Termin vor dem Scheidungsrichter abgesagt haben, nachdem sie den Film gesehen hatten. Ein Ehepaar kaufte neue Ringe als Zeichen der Erneuerung ihres Treueversprechens, das sie Gott und einander gegeben hatten. Wieder andere baten um Vergebung für das, was sie in ihrer Beziehung falsch gemacht hatten. Und zahlreiche Ehepaare blieben im Filmsaal, weinten und umarmten sich, nachdem sie sich in der Geschichte selbst erkannt hatten.

Aus dem ganzen Land kamen bereits nach dem ersten Wochenende Hunderte von E-Mails. Wir sind überglücklich, sehen zu dürfen, wie Gott das Leben der Menschen anrührt und verwandelt.

[Das Interview führe Teresa Tomeo; Übersetzung von Christine und Gerhard Gutberlet]