Die Ehe, vollkommenes Abbild der trinitarischen Gemeinschaft

Zweite Katechese zur Vorbereitung auf das V. Weltfamilientreffen in Valencia (Spanien)

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ROM, 20. Juni 2006 (ZENIT.org).- Im Mittelpunkt der zweiten Vorbereitungskatechese zum V. Weltfamilientreffen Anfang Juli in Valencia (Spanien) steht das Geheimnis der Dreifaltigkeit, "die eigentliche Mitte der christlichen Familie".



Der Päpstliche Rat für die Familie schlägt folgenden Ablauf der Katechese vor:

1. Eröffnungslied

2. Gebet des Vaterunsers

3. Schriftlesung: Eph 1,3-10

4. Lesung eines Texts zur Lehre der Kirche (Katechese, siehe unten)

5. Gedanken des Katecheten

6. Gespräch

-- Jesus Christus ist der Sohn Gottes, und auch wir sind Kinder Gottes. Welche Ähnlichkeiten und welche Unterschiede bestehen zwischen diesen beiden Beziehungen?

-- Warum ist die christliche Familie ein Abbild der Dreifaltigkeit?

-- Welche Merkmale muss eine christliche Familie in ihrem Familienleben vor allem ausprägen, um ein Abbild des trinitarischen Lebens zu sein?

7. Anregungen und persönlicher Vorsatz

8. Gebet des "Gegrüßet seist du, Maria" und Anrufung "Regina familiae. Ora pro nobis" ("Maria, Königin der Familie, bitte für uns")

9. Gebet für die Familie: O Gott, du hast den christlichen Familien die ehrenvolle Verantwortung übertragen, den Glauben an ihre Kinder weiterzugeben. Gewähre ihnen die Kraft, diese Aufgabe, die du ihnen anvertraut hast, treu zu erfüllen. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.

10. Schlusslied

* * *



Zweite Katechese

1. Das Mysterium des einen und dreieinigen Gottes ist die eigentliche Mitte der christlichen Familie. Eltern geben diese zentrale Wahrheit ihres Glaubens in dem Maß an ihre Kinder weiter, wie sie sie zum festen Bestandteil des Familienlebens machen.

2. Gott ist der "Ich bin", und "Gott ist die Liebe". Diese beiden Namen sind auf so unaussprechliche Weise miteinander verknüpft, dass sich in ihnen dasselbe göttliche Wesen ausdrückt, das über aller geschaffenen Intelligenz steht. Deshalb kann Gott allein uns die richtige und vollkommene Erkenntnis seiner selbst gewähren und sich uns als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbaren. Der Anteil an diesem göttlichen Leben beginnt für uns durch den Glauben schon auf der Erde und erfüllt sich später durch die Schau Gottes im ewigen Leben.

3. Durch die Offenbarung können wir bekennen, dass Gott der Vater den Sohn in aller Ewigkeit zeugt, dass der Sohn gezeugt wird und dass der Heilige Geist aus dem Vater und dem Sohn als ihre immerwährende Liebe hervorgeht. Die drei göttlichen Personen sind somit ewig und einander gleich. Ebenso haben sie alle vollkommenen Anteil am Leben und an der Freude Gottes, und es ist demzufolge stets erforderlich, die Einheit in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einheit zu verehren.

4. Jesus Christus, der Mensch gewordene Sohn Gottes, hat uns dieses Mysterium und damit den Plan Gottes offenbart: dass wir alle als Kinder an der Liebesgemeinschaft des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes teilhaben.

5. Jesus Christus selbst weist auf eine gewisse Ähnlichkeit zwischen der Gemeinschaft der göttlichen Personen und der Einheit der Kinder Gottes in der Wahrheit und in der Liebe hin, wenn er den Vater bittet: "Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin" (Joh 17,21-22). Diese Ähnlichkeit zeigt, dass der Mensch nur in der Selbsthingabe an andere Erfüllung findet. Diese Gottähnlichkeit in Selbsthingabe, Einheit und Liebe ist die vollkommene Verwirklichung der Familie.

6. Damit ist die Ehe, die die totale Selbsthingabe der Eheleute untereinander und die Selbsthingabe der Eltern an ihre Kinder voraussetzt, ein vollkommenes Abbild der trinitarischen Gemeinschaft. Deshalb muss die Dynamik des Familienlebens diese innige Einheit der göttlichen Personen zum Ausdruck bringen.

7. Jede Anrufung der Heiligen Dreifaltigkeit in der Familie sollte alle ihre Mitglieder dazu veranlassen, ihre gemeinschaftlichen Bande zu erneuern und ihre Gaben großzügiger mit anderen Familien zu teilen.

[© Päpstlicher Rat für die Familie und Erzdiözese Valencia 2005]