"Die Energiewende ist gewollt"

Finanzdirektor der Diözese Augsburg, Dr. Klaus Donaubauer, bei Studientag zum Thema Energie in der Erzabtei Sankt Ottilien

Augsburg, (Bistum Augsburg) | 376 klicks

Die Diözese Augsburg ist nicht nur Unterzeichnerin der Klimaallianz Bayern, sondern steht auch aktiv hinter der Energiewende in Deutschland. Es werde schon viel getan, so Dr. Klaus Donaubauer. Er war einer von insgesamt 7 Referenten, die am 9. November 2013 beim ersten Studientag des Arbeitskreises "Schöpfung bewahren" Projekte zur Energiewende vorstellten. Über 60 Personen aus Kirchenverwaltungen, Pfarrgemeinderäten und kirchlichen Einrichtungen waren der Einladung gefolgt.

Mit einem geistlichen Impuls eröffnete Erzabt Wolfgang Öxler den Tag: "Die Energiewende erfordert vor allem eine Wende in den Herzen der Menschen", so der Erzabt. „Unser verschwenderischer Lebensstil hat Auswirkungen auf das Leben der Menschen in den armen Ländern der Welt. Christliches Handeln muss sich von der Frage nach Gerechtigkeit leiten lassen."

Energiewende ist notwendig und gewollt

Dass eine Energiewende weg von fossilen Brennstoffen zu regenerativ erzeugter Energie dringend notwendig sei, verdeutlichte Prof. Dr. Wolfgang Mauch von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft. Es gehe nicht nur um bessere Technik, sondern um mehr Effizienz. Das größte Potential stecke im Bereich der Wärmeenergieversorgung und in der Dämmung.

Im Bistum Augsburg ist die Energiewende auch gewollt. Dr. Klaus Donaubauer belegte diesen Willen anhand eines Bündels von Maßnahmen im Bistumsbereich. „Die Diözese hat im Jahr 2008 für ein bistumsweites Energie- und CO2-Programm 4,0 Mio. € bereitgestellt. Für alle kirchlichen Gebäude im Kernbestand der Pfarreien wurden kostenfreie Energieberatungen angeboten. Viele haben davon Gebrauch gemacht“, so Donaubauer. Sofortmaßnahmen zur energetischen Optimierung werden dabei zu fast hundert Prozent finanziert, größere Maßnahmen über den Regelzuschuss hinaus gefördert. Ab 2014 werde der von den rund 1000 Pfarreien und sonstigen diözesanen Einrichtungen bezogene Strom zu hundert Prozent aus Wasserkraftwerken in Bayerisch-Schwaben gewonnen. Auf zahlreichen Gebäuden des Bistums Augsburg gibt es Fotovoltaikanlagen. Bei Planungen Neubauten und Renovierungen werden energetische Fragen vorangestellt.   

Praxisbeispiele aus der Diözese vorgestellt

Fünf weitere Beiträge zur Umsetzung der Energiewende wurden am Nachmittag vorgestellt:  Bruder Josef Götz OSB, Cellerar und Verantwortlicher für die Liegenschaften des Klosters Sankt Ottilien, führte zusammen mit Prof. Mauch und Eugen Schäfer durch die Energiezentrale mit Hackschnitzelheizung und Biogasanlage. Wie kirchliches Umweltmanagement funktioniert, und wie man damit Menschen nicht nur aus der Gemeinde, sondern sogar religionsübergreifend ansprechen kann, zeigten Pfarrer Josef Kirchensteiner und Mitlieder des Umweltteams der Pfarrei Christkönig in Penzberg. 

Fotovoltaik auf dem Kirchendach? "Das gibt es in der Diözese!", berichtete Max König aus der Pfarrei Straßberg bei Bobingen. Ermöglicht wurde dies durch die Beharrlichkeit des Umweltteams im Umgang mit zahlreichen Widerständen. Seit September 2012 konnten mit der PV-Anlage schon 45 Tonnen CO2 eingespart. Die Pfarreien Heilig Kreuz in Straßberg und Christkönig Penzberg sind nach EMAS III zertifiziert.

EnergieVision, nennt sich eine christliche Genossenschaft, die nachhaltige Energieprojekte finanziert. "Ein Teil der Rendite fließt in soziale und kirchliche Projekte in der Region", so der Vorsitzende, Pastoralreferent Dr. Thomas Wienhardt. Zahlreiche Einzelpersonen und Kirchenstiftungen bringen sich seit Gründung im Jahr 2012 finanziell und auch ehrenamtlich mit ihrer Fachexpertise ein. 

Die Aktivitäten des Katholischen Frauenbundes und der Kindertagesstätte Janusz Korczak in Haunstetten stellten Sabine Slawik und Ursula Mai vor. Ihr Schwerpunkt liegt vor allem im Bildungsbereich. Schon bei Kindern werden von Anfang an über Hören und Tun die Themen "fair und nachhaltig" grundgelegt. Der Frauenbund hatte in mehreren Jahresthemen das Stoffgebiet „Nachhaltigkeit“ aufgegriffen.

Christoph Wessel, Umweltbeauftragter in der Diözese, und Anton Stegmair von der Abteilung Mission-Entwicklung-Frieden teilten mit, dass es weitere Studientage geben werde.

Interessierte können sich über die website der Katholischen Erwachsenenbildung/Umweltbeauftragter in Augsburg kostenlos einen E-Mail-Newsletter bestellen oder direkt bei: http://tools.emailsys.net/130/534/15tpflj/subscribe/form.html.

Mitglieder des Arbeitskreises sind (alphabetisch):
Abteilung Mission-Entwicklung-Frieden
Diözesan-Caritasverband
EnergieVision, Schrobenhausen
Erzabtei St. Ottilien
Fach  für Kindertagesstätten
Institut für Neuevangelisierung und Gemeindepastoral
Katholische Arbeitnehmerbewegung
Katholischer Deutscher Frauenbund
Katholische Landjugendbewegung
Katholische Landvolkbewegung
Oase Steinerskirchen
Zentrum für Umwelt und Familien im Kloster Roggenburg
Zentrum für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern

Infos unter: www.schoepfungbewahren.info

(Quelle: Webseite des Bistums Augsburg)