Die Enzyklika „Humane vitae“ ist eine Erinnerung an vergessene Wahrheiten

Jesuitenpater Federico Lombardi kommentiert 40 Jahre der Enzyklika

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ROM, 20. Mai 2008 (ZENIT.org).- Die Enzyklika Humane vitae präsentiere „ungemütliche“ Lehren, doch viel wichtiger sei der Aspekt, dass sie die oftmals vergessenen Wahrheiten über Liebe und Würde in Erinnerung rufe, erklärte P. Federico Lombardi SJ, Direktor des vatikanischen Pressebüros, in der neuesten Ausgabe der Wochensendung „Octava Dies“, die vom Vatikanischen Fernsehzentrum produziert wird.

Der Pressesprecher des Heiligen Vaters kommentierte diesmal die Ansprache, die Benedikt XVI. am 10. Mai beim Empfang der Teilnehmer eines internationalen Kongresses der Lateranuniversität gehalten hatte. Die Fachtagung fand anlässlich des 40. Jahrestages der Veröffentlichung der Enzyklika „Humane vitae“ statt, die Papst Paul VI. 1968 geschrieben hatte.

Papst Benedikt habe bei der Begegnung hervorgebhoben, dass die Enzyklika die Frucht „einer schmerzvollen Entscheidung“ gewesen sei und dass sie vom außerordentlichen Mut zeuge, „wieder in die sich ständig wiederholende Kontinuität der Lehre und Tradition der Kirche einzusteigen“.

„Humane Vitae“ habe eine „ungemütliche“ Lehre verdeutlicht, fügte Pater Lombardi hinzu. Sie habe aber auch eine unveränderte Wahrheit deutlich gemacht und große Voraussicht bewiesen, denn schließlich seien die Probleme, mit denen sie sich befasst, immer noch vorhanden. Die Kirche lasse sich nicht von der Technologie blenden. Sie schaue immer auf die eheliche Liebe zwischen Mann und Frau, die an der Schöpfung mitarbeiten dürfen.

Es sei ein respektvoller Blick, der auf das Geheimnisvolle und Staunenswerte schaue, das bei der Weitergabe des Lebens sichtbar werde. „Die Logik dieses gegenseitigen Willkommenheißens, der Selbstbeherrschung, des ehelichen Respekts, der Spiritualität und der Verantwortung, die diese Vision kennzeichnen, scheinen Lichtjahre von dem entfernt zu sein, was uns an jeder Ecke unserer Straßen und Städte, unserer Fernsehbildschirme und Computer begegnet“, so Lombardi.

Es sei eine auffällige Trennung von Sexualität und Verantwortung zu bemerken, und die Sexualität werde in eine Droge verwandelt. Gerade aus diesem Grund sei „Humane vitae“ vorausblickend, betonte der Jesuitenpater. „Mit dem Mut dieser ungemütlichen Worte erinnert sie uns an die Wahrheit und die Würde jedes Menschen, an das Leben und die Liebe, die so oft vergessen werden.“

Die Konsequenz dieser Vergessenheit führe nicht zu einer größere Freude, bemerkte der Pressesprecher des Papstes. „Dieser Kreis des Egoismus bleibt immer eine Falle.“

Benedikt XVI. habe bekräftigt: „Liebe und Vernunft können gemeinsam viel erreichen.“ Und so sei es auch tatsächlich, bekräftigte P. Lombardi: „Sie können die Liebe retten – heute und morgen. Für jeden.“