Die Erforschung der christlichen Wurzeln zum Aufbau einer menschlicheren Gesellschaft

Der Papst an das Päpstliche Institut für christliche Archäologie

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ROM, 22. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Die Erforschung der christlichen Wurzeln unserer Gesellschaft muss intensiviert werden, um eine wahrhaft menschliche Kultur aufzubauen.

Mit diesem Appell richtete sich Papst Benedikt XVI. am vergangenen Samstag an die Mitglieder des Päpstlichen Instituts für christliche Archäologie. Das Institut wurde 1925 von Papst Pius XI. gegründet.

Benedikt XVI. brachte in seiner Anspruch seine Wertschätzung für die Tätigkeit des Instituts „im Dienst der Kirche und der Kultur“ zum Ausdruck. Das Institut mache es sich zur Aufgabe, die frühchristlichen Monumente vor allem Roms besser kennen lernen zu lassen.

Dabei gehe es darum, die Vergangenheit begreiflich zu machen, indem sie für den Menschen von heute gegenwärtig und dabei eine „komplexe Wirklichkeit“ wie jene der Kirche der ersten Jahrhunderte in Angriff genommen wird.

Bei der Beschreibung der Geschichte der Kirche, die Zeichen und Instrument der innigen Einheit mit Gott und der Einheit des ganzen Menschengeschlechts sei, dürfe die geduldige Forschung des Archäologen nicht davon absehen, auch die übernatürliche Wirklichkeit zu durchdringen, ohne dabei auf die rigorose wissenschaftliche Analyse zu verzichten.

Eine vollständige Sicht der Wirklichkeit einer christlichen Gemeinde sei nicht möglich, wenn nicht beachtet werde, dass die Kirche sich aus einem menschlichen und göttlichen Element zusammensetzt. Das theologische Vorverständnis der Kirche bringe es mit sich, dass das Grundkriterium der Forschung darin bestehen müsse, sich von der Wahrheit einnehmen zu lassen, die in ihren authentischen Quellen gesucht wird.

Die Verbreitung der künstlerischen und historischen Kultur in allen Sektoren der Gesellschaft biete dem Menschen von heute die Mittel, seine Wurzeln wieder zu finden und ihnen die kulturellen und geistlichen Mittel zu entnehmen, die ihm helfen, eine wahrhaft menschliche Gesellschaft zu errichten.

Jeder Mensch und jede Gesellschaft brauche eine Kultur, die für die anthropologische, sittliche und geistliche Dimension des Daseins offen ist. Insofern brachte der Papst den Wunsch zum Ausdruck, dass auch dank der Arbeit des Instituts die Suche nach den christlichen Wurzeln der Gesellschaft fortgeführt und intensiviert werde.

Abschließend erklärte Benedikt XVI., dass die Kenntnis des Erbes der Generationen der Vergangenheit es den nachfolgenden Generationen erlaube, dem „depositum fidei“ der ersten christlichen Gemeinden gegenüber treu zu bleiben und das Evangelium in die Zukunft zu tragen