Die Erneuerung der Kirche beginnt bei der Einfachheit

Papst Franziskus sendet ein Schreiben an die Karmeliter

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 288 klicks

Die Ehrfurcht vor Christus, das Gebet und die Mission, dies sind die drei Orientierungspunkte, die Papst Franziskus den Karmelitern in einem an den Prior des Ordens, Pater Fernando Millán Romeral, gerichteten Schreiben anlässlich ihrer Generalversammlung zugesandt hat. Der Pontifex unterstrich die Bedeutung der Einfachheit des Evangeliums für die Erneuerung der Kirche.

Christus in die Welt zu bringen, dies sei die Sendung der Kirche, so Papst Franziskus in seinem Schreiben. Eine Mission, die vor allem in Ehrfurcht vor Christus vorangetrieben werden müsse. Dabei müsse der Kontemplation Raum gelassen werden, denn die Berufung der Karmeliter bestehe darin, Propheten der Hoffnung zu sein. In einer Welt, die oft Christus nicht anerkenne und ihn sogar ablehne, sei der Karmeliterorden dazu eingeladen, „immer näher zum Herrn zu rücken und sich an ihn zu heften. Dies ist in einer so wenig orientierten Gegenwart lebenswichtig.“ Das Gebet sei der „Königsweg“, ein Weg, der sich zu den Tiefen des Mysteriums Gottes hin öffnet. Diesbezüglich unterstreicht der Pontifex die Bedeutung der Lectio divina, „der intimen Freundschaft mit Gott, die uns dazu befähigt, mit seinen Augen zu schauen und mit seinen Worten zu sprechen.“

Papst Franziskus ruft die Karmeliter auf, großartige Prediger und Lehrer des Gebets zu sein. Denn die Herausforderung bei der Erneuerung der Kirche liege in der Rückbesinnung auf die Einfachheit eines auf das Evangelium konzentrierten Lebens. „Ein Karmeliter ohne ein kontemplatives Leben ist ein Leichnam!“, so der Papst weiter. Dies gelte insbesondere für die heutige Zeit, in der es einfach sei, sich von falschen Idolen beeinflussen zu lassen. Der kontemplative Mensch gelange zur Einheit zurück und bilde eine Brücke zur Einheit. Aus diesem Grund seien Gebet, Kontemplation, Predigt und Mission keine unnötigen Floskeln, sondern eine Möglichkeit, den Menschen Wissen von Gott zu vermitteln. Gleichzeitig erinnert der Papst die Karmeliter an ein „schlichtes Leben“ und daran, der Mondänität der Welt fern zu bleiben, da der „Geist der Welt ein Feind des Lebens und des Gebets“ sei.

Bezüglich des missionarischen Auftrags äußert sich Papst Franziskus verständnisvoll. Mission bedeute heute, vor schwierige Herausforderungen gestellt zu werden. Die Botschaft des Evangeliums werde nicht immer positiv aufgenommen, mitunter sogar mit Gewalt zurückgewiesen, doch gebe derjenige, der zur Mission aufrufe auch den Mut und die Kraft, sie durchzuführen. Aus diesem Grund seien die Karmeliter dazu aufgefordert, „Missionare der Liebe, der Sanftheit und der Barmherzigkeit Gottes“ zu sein. Ihr Zeugnis der Liebe und der Hoffnung sei „wie eine leichte Brise, die die Mission in der Welt von heute erneuert“.