Die erste Berufung in Ehe und Familie

Impuls zur Nazaret-Aktion der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien

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ROM, 2. September 2009 (ZENIT.org).- Füreinander Apostel sein, das ist die erste Berufung in Ehe und Familie. Was das konkret bedeutet, erläutern die folgenden Gedanken, die einer Betrachtung der Schönstatt-Bewegung zur Initiative Nazaret-Gebet 2009 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien entnommen sind. Sie möchten Ehepaaren Mut machen, aneinander und miteinander zu wachsen, und insbesondere jene Eltern inspirieren, die im Rahmen der Iniatiative Nazaret-Gebet täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.

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„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie deinen Kindern wiederholen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst.“ (Dtn 6,5ff)

Betrachtung
Wir sind berufen, Apostel zu sein. Gott kann sich auch direkt den Menschen mitteilen, aber das macht er sehr selten. Der normale Weg ist, er teilt sich uns durch Menschen mit. Und das tut er ganz besonders durch den Ehepartner in einer Atmosphäre der Liebe.

Natürlich kann er es auch durch ein einzelnes Wort, er kann es auch durch eine einzige Person. Aber wo keine christliche Atmosphäre besteht, deckt die nächste Fernsehsendung alles wieder zu. Die christliche Atmosphäre in unserem Haus ist sehr wichtig.

Für den Ehepartner ...
Unsere erste Sendung, unsere erste Berufung zum Apostolat gilt dem Ehepartner. Wir sagen ihm: Ich bin für dich da, und ich liebe dich, auch wenn ich dich nicht verstehe. Das ist sehr wichtig: Ich liebe dich auch, wenn du Fehler machst. Ja, ich liebe dich auch, wenn du mir gegenüber Fehler machst. Ich halte immer eine Tür für dich offen. Und so erlebt unser Ehepartner, dass Gott gut ist und dass Gott verzeiht. Damit erfährt unser Ehepartner das Wesentliche der christlichen Religion.

Das Klima um uns herum ist anders. Wer einen Fehler macht, wird kritisiert und beseitigt. Ein Politiker, der einen Fehler gemacht hat, wird sofort angegriffen. Diese Atmosphäre ist unbarmherzig. Gott aber ist barmherzig. Wenn unser Ehepartner barmherzig ist, so erleben wir Gott ganz nahe. Und unsere Kinder erleben in uns den lieben Gott. Sie erleben eine Atmosphäre des gegenseitigen Wohlwollens. Es tut gut, das zu spüren, dass zwei Menschen sich lieben. Es tut gut, mit Menschen zusammen zu sein, die einander wohlwollen.

… und die Kinder
Wir sind Apostel unseres Kindes. Wir sind als Eheleute die eigentlichen Apostel unseres Kindes, weil wir die Botschaft der Liebe Gottes tief einsenken in das Herz des Kindes. Wir können später viele Fehler machen. Das ist nicht so schlimm. Unsere Kinder können auf Abwege geraten. Sie werden zurückkommen, weil in ihnen die Urerfahrung lebt, dass Gott gut ist.

Gebet
Guter Gott, du möchtest den Menschen auch heute nahe sein. Aber du tust das oft durch andere Menschen. Hilf mir, dich zu entdecken in der Begegnung mit meinem Partner, mit unseren Kindern. Hilf mir, so zu leben, dass andere Menschen durch mich dir begegnen können.
Liebe Gottesmutter, wo immer du bist, bringst du den Menschen Jesus. Lasse dich nieder in unserer Wohnung, in unserem Haus. Präge eine Atmosphäre der Liebe in unserer Familie.

Leitgedanke für die Woche
Ich bin für dich da und ich liebe dich, auch wenn ich dich nicht verstehe.

(nach: „Als Ehepaar heilig werden“, Tilmann Beller)