Die ersten Jugendgruppen aus Deutschland erreichen Brasilien

Das Land öffnet seine Türen

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 367 klicks

Es sind noch wenige Tage, die vom Beginn des Weltjugendtages trennen, und die ersten deutschen Pilgergruppen sind nach Brasilien gereist.

So haben sich beispielsweise circa 50 Jugendliche aus dem Bistum Aachen auf den Weg nach Rio de Janeiro gemacht. Wie die Internetseite des Bistums berichtet, wurde die dreiwöchige Reise ein Jahr vorher geplant und vorbreitet. Die Woche vor dem Weltjugendtag verbringen die Jugendlichen in einem Kloster einer Diözese, die Woche des Weltjugendtages übernachten sie in einer Sambaschule, danach heißt es Urlaub. Da die Reise in diesem Jahr aufwendiger ist, gibt es eine Initiative für die Daheimgebliebenen in Mönchengladbach: Weltjugendtag@home. In der Woche der Feierlichkeiten trifft sich hier eine Pilgergruppe, die den Weltjugendtag parallel in Deutschland feiert und über Liveübertragungen die Stimmung in Rio erlebt.

Wie die Internetseite des Bistums Erfurt berichtet, ist die Weltjugendtagsgruppe des Bistums seit dem 14. Juli in Brasilien, von wo Pfarrer Timo Grote berichtet, die 12stündige Reise nach São Paolo sei gut verlaufen. Von dort machten sich die Jugendlichen auf den Weg in den Norden Brasiliens. Es ging in das Bistum Caico, wo die Jugendlichen auf verschiedene Orte verteilt werden. Von der Begrüßung berichtet der der Pfarrer:

„Man begrüßt uns mit Transparenten, auf denen einzelne Teilnehmer unserer Gruppe herzlich willkommen geheißen werden. Jeder von uns muss ständig für Gruppenfotos mit Brasilianern herhalten – doch die Dröhnung oder Krönung ist der Partytruck. Ein Laster voll mit Boxen; oben eine Plattform, auf der eine Band spielt, uns der Gouverneur begrüßt und später mit unser Fahne durch die Stadt fährt. Irgendwann setzt sich der Zug in Bewegung, es wird ein einstündiger Weg durch die Stadt, der eine Mischung aus Prozession und Sambaparty gleicht. Schweißgebadet findet die Gruppe vor der Kirche Platz. Dort hat man Plätze für uns reserviert und Podeste errichtet. Was folgt, ist ein kleines Bistumsfest. Der Diözesanadministrator feiert die Messe, zu der aus jeder der 23Gemeinden Gläubige und Pfarrer gekommen sind. Vom Partybus spielt nun die Band die Messbegleitung. Vier Kameras übertragen den Gottesdienst als Livestream ins Internet – all das, weil 69 schon ziemlich müde Pilger zum WJT eingetroffen sind. … Verstehen kann man das nur, wenn man bedenkt, dass der WJT im Wesentlichen im Großraum Rio de Janeiro stattfindet und im ganzen Nordosten nur zwei Bistümer überhaupt Gäste begrüßen dürfen. Und eines davon ist eben Caico mit uns als einziger Gruppe. Wir sollten Im Vorfeld angeben, wer denn mit wem in eine Gastfamilie geht. Wir hatten immer darauf gedrungen, dass – bei den wenigen Portugiesisch-Kenntnissen – wenigstens zwei sich gegenseitig helfen und eben auch mal mit seinesgleichen ein Wörtchen wechseln können. … Nach dem Gottesdienst dann die Gewissheit: Unsere Teilnehmer werden einzeln aufgerufen, werden mit ihrem Gepäck aus der Kirche kommend von kreischenden Jugendlichen wie Popstars auf einem Laufsteg in Empfang genommen und erfahren, dass sie immer einzeln in Gastfamilien untergebracht werden. Es gab halt so viele, die sich gemeldet haben, dass die Pfarrer entschieden haben: Wir verteilen die Gäste auf möglichst viele Familien. … Gegen 22.00 Uhr machen auf Pfarrer Stephan Hansch und ich und mit Pfarrer Lucio auf den Weg in die Pfarrei nach Florenia, wo wir mit Feuerwerk, einem Abendessen, einer offiziellen Begrüßung durch den Bürgermeister und einem kleinen Abendgebet in der Kirche willkommen geheißen werden.“

Der Bericht des Erfurter Pfarrers ist als beispielhaft für die Erlebnisse der vielen Jugendgruppen anzusehen, die nach Brasilien reisen. Er spiegelt die große Begeisterung der Brasilianer für diesen Weltjugendtag in ihrem Land wider, ihre schier grenzenlose Gastfreundschaft und den Wunsch, den anderen ihr Land und ihre Kultur näherzubringen. Der Weltjugendtag in Brasilien stellt die Pilgergruppen vor Herausforderungen: Während in den großen Städten die Sicherheitslage problematisch sein kann, gibt es in ländlichen Regionen oft eine mangelhafte Infrastruktur und Versorgungslage. Der Aufenthalt der Pilgergruppen musste, sei es von den Pilgern selbst, sei es von den Verantwortlichen vor Ort, besonders vielschichtig und detailliert vorbereitet werden.