Die ersten Schritte tun: Kardinal Kasper würdigt ökumenisches Engagement von „Kirche in Not“

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ROM/KÖNIGSTEIN, 30. August 2007 (ZENIT.org).- Der Präsident des Päpstlichen Rates, Walter Kardinal Kasper, hat die Verdienste des 2003 verstorbenen Prämonstratenserpaters Werenfried van Straaten und dessen Gründung Kirche in Not um die Versöhnung mit der Russisch-Orthodoxen Kirche ausdrücklich gewürdigt.



Mit Blick auf die Dritte Europäische Ökumenischen Versammlung, die vom 4. bis zum 9. September in der rumänischen Stadt Sibiu (Hermannstadt) stattfinden wird, bezeichnete der Kurienkardinal Pater Werenfried als einen „charismatischen Bettler“, der eine „Nase“ dafür gehabt habe, was an der Zeit gewesen sei. Er sei anderen damit immer „eine Nasenlänge voraus“ gewesen.

Pater Werenfried habe früh begriffen, dass der Begegnung mit der Russisch-Orthodoxen Kirche eine Schlüsselstellung zukomme und dass dabei noch viel praktische Versöhnungsarbeit notwendig sei. Man dürfe dabei jedoch nicht immer gleich auf Wechselseitigkeit bestehen, betonte der Kardinal, sondern müsse „den ersten Schritt oder die ersten Schritte einfach in der Überzeugung tun, dass Werke der Liebe nie wertlos und fruchtlos bleiben“. So habe der Gründer von „Kirche in Not“ gezeigt, dass der ökumenische Dialog nicht nur eine akademisch-theologische Sache sei, sondern vor allem praktisch vonstatten gehe. Das Wichtigste sei, einander zu zeigen, dass „wir wirklich Christen sind, die sich das Gebot der Nächstenliebe zu Eigen gemacht haben“.

Anlässlich des 60jährigen Bestehens von „Kirche in Not“ sprach Kardinal Kasper dem Hilfswerk zudem seine „dankbaren Geburtstagsglückwünsche“ aus. Er fügte seinem Glückwunsch die Bitte hinzu, dem Erbe Pater Werenfrieds treu zu bleiben und dabei „den notwendigen Spürsinn zu entwickeln für neue und sich wandelnde Situationen, in denen die Kirche in Not ist“.

Nach Worten Kardinal Kaspers geht es bei der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu, an der auch der Internationale Präsident von „Kirche in Not“, Hans-Peter Röthlin, sowie der Internationale Geistliche Leiter des Hilfswerkes, Pater Joaquín Alliende-Luco, teilnehmen werden, nicht vor allem um neue Impulse, sondern darum, dass jene Impulse, die es schon längst gebe, „überall entschlossen in die Tat umgesetzt“ würden. Er sehe darin einen „großen Schritt nach vorn“.

Ökumene spiele sich nicht nur auf der obersten hierarchischen Ebene ab, sondern ebenso auf der Ebene des Gemeindelebens. Mittlerweile gebe es einen regen Austausch: „Wir schreiben einander, bauen dadurch viele alte Vorurteile ab, lernen uns besser kennen und schätzen, helfen einander in Notsituationen und arbeiten in vielen sozialen und kulturellen Fragen zusammen.“ Werke wie „Kirche in Not“ spielten dabei eine wichtige Rolle, betonte Kardinal Kasper. Hans-Peter Röthlin fügte hinzu: „Unser Gründer hat sich für die Kirche dort eingesetzt, wo Gott weint – er konnte sich nie mit Unterschieden wie Arme und Reiche, Verfolger und Verfolgte abfinden.“

Pater Werenfried hatte es zu Beginn der 1990er-Jahre als seine „letzte und größte Freude“ bezeichnet, sich auf ausdrücklichen Wunsch Papst Johannes Pauls II. für den ökumenischen Dialog mit der Russisch-Orthodoxen Kirche einsetzen zu können.

Im April 2007 hatte sich Papst Benedikt XVI. im Rahmen einer Privataudienz bei Vertretern der internationalen Leitung von „Kirche in Not“ für das ökumenische Engagement des Hilfswerkes bedankt.