Die Erziehung zum rechten Gebrauch der Medien, wichtige Aufgabe der Eltern

Erzbischof Celli an die Teilnehmer des VI. Weltfamilientreffens

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ROM, 23. Januar (ZENIT.org).- Die jungen Menschen zu einem guten Gebrauch der neuen Kommunikationsmittel zu erziehen, ist die Aufgabe der Eltern. Das betonte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel, Erzbischof Claudio Maria Celli, am 16. Januar in einer Videobotschaft an das VI. Weltfamilientreffen. Die Begegnung in Mexiko-Stadt ging am Sonntag, dem 18. Januar, zu Ende. Das Thema der fünftägigen Veranstaltung lautete: „Die Familie, Erzieherin menschlicher und christlicher Werte."

Erzbischof Celli wies in seiner Botschaft darauf hin, dass „die Erziehung der neuen Generationen zu menschlichen und christlichen Werten" eine der „ernstzunehmendsten Herausforderungen" sei, vor denen die Familien heute stünden. Den großen gesellschaftlichen Einfluss der Medien verglich er mit der „Luft, die wir atmen", um anschließend die Warnung auszusprechen, dass die Botschaften, die die Medien in verschiedensten Formaten verbreiteten, „einander häufig widersprechen und nicht selten von den Werten abweichen, die wir in der Familie verwirklichen wollen".

Das sei aber kein Grund, sich entmutigen zu lassen, bekräftigte der Erzbischof. „Müssen wir Gläubige Außenseiter bleiben angesichts der Kultur unserer Zeit und ihr damit unsere Mitwirkung und unsere Botschaft vorenthalten?" Das dürfe nicht passieren, fügte er mit Nachdruck hinzu. „Die Familie und die kirchliche Gemeinschaft müssen der Ort sein, an dem die geistigen Voraussetzungen geschaffen werden, aus denen heraus wir lernen zu filtern, zu entscheiden und zu wählen, was angeschaut und angehört wird. In der Familie und in der Gemeinde besteht die Gelegenheit zum Gespräch zwischen der Kirche und der Welt."

Indem er ein Wort Benedikt XVI. zitierte, hob der Erzbischof hervor: „Zusammen mit der Weitergabe des Glaubens und der Vermittlung der Liebe zum Herrn besteht eine der wichtigsten Aufgaben der Familie darin, freie und verantwortungsbewusste Personen heranzubilden."

Die Kinder so zu erziehen, dass sie einen guten Gebrauch von den Kommunikationsmitteln machten, „ist Aufgabe der Eltern, der Kirche und der Schulen". Man müsse den jungen Menschen helfen, selbst in der Lage zu sein, „klare und objektive Urteile abzugeben, von denen sie sich dann bei der Entscheidung für oder gegen ein Programm leiten lassen". Aus diesem Grund, so hob der Erzbischof hervor, habe die Kirche schon vor Jahren die Erziehung zu kritischer Wahrnehmung der Medien, auch „Edu-Kommunikation" genannt, propagiert.

In dieser Hinsicht seien zum Beispiel „gute Filme, für das Alter der Kinder passend ausgewählt, ein ideales Mittel für die Vertiefung der Wertvorstellungen und Entwicklung von Maßstäben in den Kindern". Sie könnten, so der Erzbischof, „der ganzen Familie zu gute kommen, so dass es nicht nur eine Gruppe ist, die mit den Medien arbeitet, sondern so dass alle aktive Mitwirkende und Missionare des Wortes in der digitalen Kultur sind."

Erzbischof Celli forderte die Eltern dazu auf, ihre Kinder nicht sich selbst zu überlassen, „sondern bei ihnen zu sein, so dass sie die neuen Kommunikationsmittel wie Handys, Videospiele und Computer, die sich überraschend schnell verbreiten, mit Maß, Kreativität und Kompetenz benutzen".

Die Familien seien die „Protagonisten auf diesem neuen Gebiet", und sie könnten für ihre Freunde viel Gutes tun, wenn sie ihr Glaubensleben mit ihnen teilten. „Wie wichtig ist es doch, dass die Gesellschaft die Familien unterstützt, damit die neuen Medien eine Kultur der Achtung des Dialogs und der Freundschaft fördern!"

Abschließend richtete sich der Kurienerzbischof an die Patronin ganz Amerikas: „Möge unsere Liebe Frau von Guadalupe, die ‚Kommunikatorin' par excellence, die Familie und die ganze Gesellschaft beschützen und anleiten, damit sie immer harmonischer, friedlicher und gerechter wird."

Von Jesús Colina