"Die Eucharistie bildet den Gipfel des Heilswirkens Gottes"

Katechese des Papstes bei der heutigen Generalaudienz auf dem Petersplatz

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 632 klicks

Die Generalaudienz von heute Vormittag begann um 10.15 Uhr auf dem Petersplatz, wo Papst Franziskus mit Gruppen von Pilgern und Gläubigen aus Italien und allen Teilen der Welt zusammentraf.

In seiner auf Italienisch gehaltenen Ansprache setzte der Papst den Zyklus seiner Katechesen über die Sakramente fort, indem er über die Eucharistie sprach.

Nach einer Zusammenfassung der Katechese in verschiedenen Sprachen richtete der Heilige Vater einige Grußworte an die verschiedenen anwesenden Gruppen von Pilgern und Gläubigen.

Die Generalaudienz endete mit dem Gesang des Vaterunsers und dem apostolischen Segen.

Wir dokumentieren im Folgenden die heutige Katechese in eigener Übersetzung.

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Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Heute wollen wir über die Eucharistie sprechen. Die Eucharistie ist das Herz der „christlichen Initiation“, zu der auch Taufe und Firmung gehören. Sie ist die Quelle, aus der das Leben der Kirche entspringt, denn dieses Sakrament der Liebe ist der Ursprung jedes authentischen Glaubenswegs, jeder Gemeinschaft und jedes Zeugnisses.

Das, was wir sehen, wenn wir zusammenkommen, um die Eucharistiefeier zu begehen, die heilige Messe zu feiern, gibt uns bereits einen Hinweis auf das, was wir erleben werden. Im Mittelpunkt des liturgischen Raumes steht der Altar, der weiter nichts als ein Tisch ist, auf dem ein Tischtuch liegt: Das erinnert uns an ein Mahl. Auf diesem Tisch steht ein Kreuz, das uns zeigt, dass auf diesem Altar das Opfer Christi dargebracht wird: Er selbst ist die geistige Nahrung, die wir dort empfangen, unter den Gestalten von Brot und Wein. Neben dem Altar steht der Ambo, das heißt der Ort, von wo aus das Wort Gottes verkündet wird: Daran erkennen wir, dass man sich dort auch versammelt, um den Worten Gottes zu lauschen, der durch die Heilige Schrift zu uns spricht. Auch sein Wort ist Nahrung, die wir in der heiligen Messe empfangen.

Wort und Brot verschmelzen in der heiligen Messe zu einem Ganzen, ähnlich wie beim letzten Abendmahl, als alle Worte Jesu und alle Zeichen, die er gegeben hatte, in jener Geste des Brotbrechens und Kelchreichens zusammengefasst wurden, und in jenen Worten: „Nehmt und esst; das ist mein Leib… Nehmt und trinkt; das ist mein Blut.“

Die Geste, die Jesus beim letzten Abendmahl vollzog, ist eine Danksagung an den Vater, für seine Liebe und Barmherzigkeit. „Danksagung“ ist auf Griechisch „Eucharistia“. Daher kommt der Name dieses Sakraments: Es ist eine Danksagung an den Vater, der uns so sehr geliebt hat, dass er uns aus Liebe seinen Sohn gab. Deshalb fasst das Wort „Eucharistie“ die Gesamtheit jener Geste zusammen, die eine Geste Gottes und des Menschen zugleich ist; eine Geste Jesu Christi, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist.

Die Eucharistiefeier ist also viel mehr als nur ein gemeinsames Mahl; sie ist die Gedenkfeier des Paschamahls Christi und das zentrale Mysterium der Erlösung. „Gedenkfeier“ bedeutet nicht nur, dass wir uns dieses Ereignisses erinnern, es uns einfach nur ins Gedächtnis rufen, sondern dass wir jedes Mal, wenn wir dieses Sakrament feiern, am Mysterium der Passion, des Todes und der Auferstehung Christi teilhaben. Die Eucharistie bildet den Gipfel des Heilswirkens Gottes: Unser Herr Jesus macht sich unseretwegen zu gebrochenem Brot und gießt dadurch seine ganze Liebe und Barmherzigkeit über uns aus. So wird auch unser Herz, unser Leben und unsere Beziehung zu den Menschen und zu Gott erneuert. Aus diesem Grund sagt man umgangssprachlich, wenn man sich auf die Eucharistie bezieht, „Kommunion“: zur Kommunion gehen, die Kommunion empfangen. Dieses Wort will zum Ausdruck bringen, dass die Teilnahme am eucharistischen Mahl uns durch die Kraft des Heiligen Geistes auf einzigartige und tiefe Weise an Christus angleicht und uns jetzt schon einen Vorgeschmack der vollen Gemeinschaft mit dem Vater gibt, die das himmlische Mahl kennzeichnen wird, wo wir gemeinsam mit allen Heiligen die unvorstellbar große Freude genießen werden, Gott von Angesicht zu Angesicht zu schauen.

Liebe Freunde, wir werden dem Herrn nie zur Genüge danken können, dass er uns dieses Geschenk der Eucharistie gemacht hat! Es ist ein so kostbares Geschenk, und deshalb ist es so wichtig, dass wir am Sonntag die heilige Messe besuchen. Wir müssen an der Messe teilnehmen, nicht nur, um zu beten, sondern um die Kommunion zu empfangen, dieses Brot, das der Leib Jesu Christi ist, der uns rettet, uns vergibt und uns mit dem Vater vereint. Das alles ist schön! Wir gehen jeden Sonntag in die Messe, weil das der Tag ist, an dem der Herr auferstanden ist. Deshalb ist der Sonntag für uns so wichtig. Die Eucharistie gibt uns das Gefühl, dass wir der Kirche angehören, dem Volk Gottes, dem Leib Gottes, Jesus Christus. Wir werden die volle Bedeutung und den vollen Wert dieses Sakraments nie ganz erfassen können. Lasst ihn uns bitten, dass dieses Sakrament seine Gegenwart in der Kirche immer aufrecht erhalten und unsere Gemeinden in der Liebe und im Gemeinschaftssinn stärken möge, damit sie nach dem Herzen des Vaters gestaltet werden. Daran arbeitet man ein Leben lang; doch wir beginnen damit am Tag unserer Erstkommunion. Es ist wichtig, dass die Kinder sich gut auf ihre erste Kommunion vorbereiten und dass jedes Kind sie empfängt, denn es handelt sich, zusammen mit Taufe und Firmung, um den ersten Schritt auf diesem Weg der Zugehörigkeit zu Christus.

[Aus dem Italienischen übersetzt von Alexander Wagensommer]