Die Evangelisierung der Kultur, die Liebe Gottes sichtbar zu machen: Papst Benedikt XVI. begegnet den Bischöfen aus Ontario (Kanada)

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ROM, 8. September 2006 (ZENIT.org).- Die große Herausforderung, die die Kirche gegenwärtig zu bewältigen hat, besteht nach Worten Benedikts XVI. darin, "die Bresche zwischen Evangelium und Kultur" zu überwinden, indem man die Liebe Gottes "im menschlichen Antlitz Jesu" sichtbar macht.



Dies betonte Papst Benedikt XVI. am Freitagvormittag vor den Bischöfen aus Ontario (Kanada), die den Papst zum Abschluss ihres "Ad-limina"-Besuchs gemeinsam ihre Aufwartung machten. In den vergangenen Tagen hatten sie ihm einzeln von der Situation in ihren jeweiligen Diözesen berichtet.

Der Heilige Vater erklärte seinen Gästen, dass in der heutigen Gesellschaft, die immer stärker von der Säkularisation geprägt sei, "die Liebe, die der Liebe Gottes zur Menschheit entspringt", nicht bemerkt oder sogar abgelehnt werde. "Weil man glaubt, dass das Sich-Entfernen aus dieser Beziehung in gewisser Weise eine Lösung für die eigene Befreiung darstellt, entfremdet sich der Mensch von sich selbst, denn in Wirklichkeit klärt sich das Geheimnis des Menschen nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes."

Da sich viele Menschen nur sehr wenig für die Liebe interessierten, "die die Fülle der Wahrheit über den Menschen offenbart", entfernten sie sich "von der Wohnstätte Gottes, um in der Wüste der individuellen Isolation, der sozialen Brüche und des Verlusts der kulturellen Identität zu leben".

Vor diesem Hintergrund stellte Papst Benedikt abschließend fest: "Die Hauptaufgabe der Evangelisierung der Kultur besteht in der Herausforderung, Gott im menschlichen Antlitz Jesu sichtbar zu machen. Indem ihr allen Menschen helft, Christus wieder zu entdecken und ihn zu erfahren, erweckt ihr in ihnen die Sehnsucht, im Haus des Herrn zu wohnen und das Leben der Kirche anzunehmen. Das ist eure Sendung", bekräftigte der Papst, indem er darauf verwies, dass die Christen ihre Existenzberechtigung verlören, wenn der "Glaube" durch das "Machen" und das "Zeugnis" durch das "Reden über Dinge" ersetzt werde.